FeedBleikolik und Bleikrankheit
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Bleikolik und Bleikrankheit, s. unter Bleivergiftung. leilähmung, s. unter Bleivergiftung. muent Rischunen sind durch Schmelzen gewonnene 1% (Verbindungen) des Bleies mit andern Metallen. Blei schmilzt mit vielen Metallen leicht zusammen und wird oft durch einen geringen Gehalt fremder Metalle oder Metalloide in seinen Eigenschaften so modifiziert, daß es Verwendungen 9 nich kann, zu denen es im reinen Zustande sich nicht eignet. Ein geringer 7½ an Antimon er s das Blei hart (Hartblei), spröder und leichter schmelzbar. Das zur Anfertigung der Buchdruckerlettern dienende Lettern- oder Schriftgießermetall wird aus Hartblei, einem antimonhaltigen Hüttenprodukt, unter Zusatz von Antimon in solchem Verhältnis dargestellt, daß auf 1 Teil Antimon 4—5 Teile Blei kommen; dies Verhältnis gilt für gewöhnliche Schrift, je feiner die Schrift, um so mehr steigert man den Antimongehalt; für besonders gute Lettern macht man noch einen Auah von Zinn, so z. B. 55 Teile Blei, 30 Teile Antimon, 15 Teile Zinn. Au Arsen härtet das Blei, erteilt ihm aber mgleich die Eigenschaft, beim Ausgießen zu runden Körnern erstarrende Tropfen zu bilden. Hiervon macht man Gebrauch bei der Fabrikation des Flintenschrots. Das Schrotmetall wird hergestellt, indem man in schmelzendes Blei irgendwelche Arsenikalien, Realgar, arsenige Säure einträgt in Arsen Verhältnis, daß das Metall 0,3 —1 Proz. rsen enthält. Zinn und Blei schmilzt in jedem Verhältnis zusammen, und man macht von diesen Legierungen den vielfachsten Gebrauch, um durch den Bleizusatz die aus dem Metall gegossenen Gegenstände zu billigerm Preise liefern zu können. Solche für die Anfertigung von Haushaltseräten dienenden Legierungen können der Geundheit 0i8Greu werden, wenn ihr Bleigehalt eine gewisse Grenze übersteigt, da sie dann von Essig angreifbar werden; es bestehen in den einzelnen Ländern daher bestimmte Vorschriften über die zulässige Zusammensetzung der für diese Zwecke bestimmten Metallgemische, meist dürfen dieselben nicht mehr als 20 Proz. Blei enthalten. Lötzinn zum Löten von Weißblech, Messing, Kupfer u. s. w. besteht aus gleichen Teilen Blei und Zinn. Die Legierungen von Blei und Zinn sind leichter so eri ar als die beiden Komponenten für sich; o erstarrt eine solche von der Zusammensetzung PbSn, erst bei einer Temperatur von 181 C.; auch das spezifische Gewicht der Legierung entspricht nicht dem der Mischung, sondern ist gerinbei als das aus den spezifischen Gewichten der eiden Metalle sich berechnende; nur eine Ausnahme kommt in dieser Beziehung vor, nämlich bei einem Gemisch von 2 Volumen Zinn zu 1 Volumen Blei, wo das berechnete mit dem wirklichen spezifischen Gewichte gleichkommt. Die Erniedrigung des Schmelzpunktes der Legierung geht noch viel weiter, wenn man dem Blei und Zinn noch Wismut zusetzt. Roses leichtflüssiges Metall besteht aus 1 Teil Blei, 1 Teil Zinn, 2 Teilen Wismut und IBiann bei 94 C., eine Komposition aus 8 Teilen Wismut, 8 Teilen Blei, 3 Teilen Zinn sogar schon bei 79“ C. In manchen Bronzen ersetzt man wohl einen Teil des Zinns durch das billigere Blei, z. B. für Maschinenteile, Lagerfutter u. s. w. verwendet man 67 Teile Kupfer, 15 Teile Zinn, 18 Teile Blei.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 160Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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