Bleipflaster nennt man diejenigen Pflaster, welche mit Bleiverbindungen, besonders mit Bleiglätte, bereitet sind. Die wichtigsten derselben sind nach der Deutschen Pharmakopöe folgende: das pfraner Emplastrum lithargyri s. diachylon simplex) wird aus gleichen Teilen Bleiglätte, Baumöl und Schweinefett bereitet, welche unter fortwährendem Umrühren und Zusatz geringer uantitäten Wasser bei mäßigem Feuer bis zur Pflasterkonsistenz gekocht werden; das Pflaster wird nach dem Erkalten in Stengel ausgerollt. Das Kochen des Pflasters ist indessen eine mißliche Operation, da dabei leicht eine Überhitzung und Verderben stattfindet. Ungleich bequemer erreicht man dasselbe, indem man die Substanzen in einem Kessel im Wasserbade erwärmt unter zeitweiligem 4½% Wasser und gelegentlichem Umrühren. Die Bildung des Pflasters beansprucht auf diese Weise zwar sehr viel mehr Zeit, sie erfordert aber ar keine Arbeit und sichert ein gutes Resultat. Der Vorgang bei der Pflasterbildung ist folgender: Die Fette sind die neutralen Ather des Glycerins und der Stearinsäure, Palmitinsäure und Oleinsäure; werden diese mit Bleioxyd und Wasser zusammen erwärmt, so findet Zersetzung der Ather statt, es bilden 0 Bleisalze der vorhandenen Säuren, während Glycerin, ein dreisäuriger Alkohol, abgeschieden wird. Das geschmolzene Gemisch der fettsauren Bleisalze ist das B. Das zusammengesetzte B., Doppeldiachylon⸗, Zug⸗ oder Gummipf la ster (Emplastrum lithargyri s. diachylon compositum) ist eine aadem von 24 Teilen einfachem B., 3 Teilen gelbem Wachs und je 2 Teilen Ammoniakgummi, Galbanum und Terpentin. Bleiweißpflaster oder Froschlaichpflaster (Emplastrum cerussae) wird aus 10 Teilen Bleiglätte mit 25 Teilen Baumöl (ähnlich wie das einfache B.) bereitet, wozu nach Auflösung der Bleiglätte noch 18 Teile Bleiweiß hinzugefügt werden; die Mischung wird dann bis zur Pflasterkonsistenz Perocht und nach dem Erkalten ebenfalls in Stengel ausgerollt. Das Heftpflaster (Emplastrum adhaesivum) wird aus 18 Teilen roher Olsäure, 10 Teilen Bleiglätte, 3 Teilen Kolophonium und 1 Teil Talg bereitet. Das Mutterpflaster (Emplastrum matris fuscum, Emplastrum minii adustum) besteht aus 32 Teilen Mennige, 64 Teilen Baumöl, 16 Teilen gelbem Wachs; gekocht bis zum Braunwerden, wird das Pflaster vor dem Erkalten in Kapseln (zur — — ausgegossen. Außerdem bildet das einfache B. noch einen wesentlichen Bestandteil des Seifenpflasters, des Galbanumpflasters, des Quecksilberpflasters und mehrerer anderer Pflaster.