FeedBlemmyer
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Blemmyer, Name eines seit der Römerherrschaft in Agypten vielgenannten und gefürchteten Volksstammes, welcher oberhalb Agyptens das Land zwischen Nil und Rotem Meer Endhn Sie beunruhigten häufig die Südgrenze des Römischen Reichs und wurden mehrmals unter Aurelian und Probus geschlagen. Diocletian vertrieb sie aus ihren Sitzen im Nilthal jenseit Assuan und rief einen nubischen Stamm an ihre Stelle, machte aber gleichzeitig einen Vertrag mit den B., nach welchem er ihnen einen Tribut 1 zahlen hatte, um Ruhe vor ihnen zu haben, und welcher in der That 250 Jahre hindurch gezahlt wurde. Auf der Insel Philä wurde von diesem Kaiser ein den Römern, B. und Nubiern gemeinschaftliches Heiligtum der Götter Osiris, Isis und au Bef (Ammon) errichtet, welches erst um 545 auf Befehl des Justinian zerstört wurde. Gleich-H1 finden sich in der Rerten des Königs der damals bereits christianisierten Nubier, Silko (um 600), die B. wieder im Besitz eines Teils von Unternubien, wo sie von diesem Könige besiegt und unterworfen worden. Die B. waren die Nachkommen der meroitischen Kusch (s. d.) und S Bebich später bei den arabischen S btende. als Bedscha (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 167Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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