Blieskastel, Marktflecken im VBerwaltungsdistrikt Zweibrücken der bayr. Rheinpfalz, 11 Km westlich von Zweibrücken, an der Blies, einem Nebenflusse der Saar in 213 m Höhe, an der Linie Zweibrücken-Saargemünd der Pfather Ludwigsbahn. Der Ort steht auf der Stelle, wo die Römer zum Schutze des Thals ein Kastell, Castellum ad Blesam, erbaut hatten, von dem zahlreiche Reste vorgefunden worden sind. Derselbe ist Sitz eines Amtsgerichts, hat eine schöne Kirche, eine Wallfahrtskapelle, eine kath. und eine israel. Schule, eine Lehrerpräparandenanstalt, ein Waisenhaus, ansehnliche Bierbrauerei, Sandsteinbrüche und zählt 1600 meist kath. E. Den Namen B. trägt nuch eine am rechten Ufer der Blies südlich bis na Saargemünd sich ausdehnende Grafschaft, ein überrest des alten Bliesgaues, die Kaiser Otto d. Gr. dem Bistum Metz geschenkt hatte und die als Lehn dieses sowie später des Bistums Trier in verschiedenen Händen war. Die Grafschaft ging 1654 in den Besitz der Familie des 19 Keidie Karl Kaspar von der Leyen über, die zu B. residierte und 1715 in den Grafenstand des Reichs erhoben wurde.