FeedBlittersdorf
GeschichteBrockhaus 1882

Blittersdorf (Friedr. Landolin Karl, Freiherr von), bad. Staatsmann, geb. 4. Febr. 1792 zu Karlär berg im Breisgau, besuchte das Lyceum zu Karlsruhe, studierte 180912 zu 4. und Heidelberg die Rechte und ging 1813 als bad. Gesandtschaftssekretär nach Stuttgart. Er ward 1815 dem Kriegsminister von Berstett im Hauptquartier der Verbündeten beigegeben, 1816 zum Legationsrat ernannt, fungierte nach be dem b der Bundesversammlung als Sekretar bei dem bad. Gesandten in Frankfurt und wurde 1817 in der Geheimen Kanzlei des Großherzogs Ludwig angestellt. Im J. 181⁸zum Rat im Ministerium des Auswärtigen ernannt, ging er kurz darauf als bad. Geschäftsträger an den russ. Hof; 1821 wurde er sodann bad. Bundestagsgesandter in Frankfurt. In dieser Stellung entwickelte B. viel diplomatische Gewandtheit und Geschäftsthätigkeit, erwies sich aber auch zugleich als einen der energischsten Schüler der Metternichschen Politik. rach. ohne österr. Einfluß ward B. im Okt. 1835, nach dem Rücktritt des Freiherrn von Türkheim, zum bad. Staatsminister mit den Portefeuilles des großherzogl. Hauses und der auswärtigen Angelegenheiten ernannt, geriet aber bald mit der bad. konstitutionellen Partei in heftigen Streit. In der Session von 1841 veranlaßte er in der Zweiten Kammer den Urlaubsstreit in Bezug auf die Staatsbeamten, begegnete jedoch einer * entschiedenen Opposition, daß die Kammer aufgelöst ward. Die Neuwahlen von 1842 verstärkten diese Opposition, weshalb B. im Nov. 1843 seine Portefeuilles niederlegte und auf den Gesandtschaftsposten nach Frankfurt zurückkehrte. Im J. 1848 in Ruhestand versetzt, lebte B. seitdem als Privatmann zumeist in Frankfurt und Rar unter dem Titel «Einiges aus der Mapper (Mainz 1849) eine Sammlung von im die und Aktenstücken heraus, die einen Einblick in die vormärzlichen an Drauhsh gewähren. Er starb 16. April 1861 zu btelune a. M.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 174Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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