Brunck (Rich. Franz Phil.), philol. Kritiker, Dur zu Straßburg 30. Dez. 1729, erhielt seine Bilung bei den Jesuiten in Paris und machte als Kriegskommissar die Feldzüge des Siebenjährigen Kriegs mit. Nach Straßburg zurückgekehrt, widmete er alle freie Zeit dem pöfentecher und besuchte seit 1760, obschon er ein öffentliches Amt bekleidete, die Vorlesungen der Hellenisten der dortigen Universität. Obgleich er in der Meinung, daß alle bei den griech. Dichtern sich findenden Dunkelheiten durch die Abschreiber entstanden seien eine sehr willkürliche Kritik übte, haben denno wenige Gelehrte so kräftig wie B. die Kritik der griech. Dichter gefördert. Zuerst erschienen von ihm die Analecta veterum poetarum Graecorumv (3 Bde., Straßb. 1772—76, 4. Aufl. 1785), dann der Anakreon in verschiedenen Ausgaben (Straßb. 1778 u. 1786), und hierauf mehrere Stücke der griech. Tragiker in einzelnen Zusammenstellungen; ferner die Ausgaben des Apollonius Rhodius (Straßb. 1780), des Aristophanes (3 Bde., Straßb. 1781.83), der Poetae gnomiciv (Straßb. 1784), des Virgilius (Straßb. 1785) und die epochemachende des Sophokles (2 Bde. u. 4 Bde., Straßb. 1786; 3 Bde., 1789). Während der üielinder der Revolution war B. eins der ersten Mitglieder der Volksgesellschaft in Straßburg, ohne jedoch die Grenzen der Mäßigung zu 2 pabaftet In der Schreckenszeit wurde auch er verhaftet, nach Besangon in das Gefängnis gebracht und erst nach Robespierres Sturz wieder freigegeben. Später wandte er sich, nachdem er schon 1788 die zweite eibrückener Ausgabe des Plautus bearbeitet atte, den röm. Dichtern zu; 1797 erschien der Terentius; eine neue Bearbeitung des Plautus war vollendet, als er 12. Juni 18083 starb.