FeedCasti (Giambattista)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Casti (Giambattista), ital. Dichter, geb. 1721 zu Prato, machte seine Studien auf dem Seminar von Montefiascone, wo er als Professor angestellt wurde und eine Dompfründe erhielt. Später trat er zu Wien in die Dienste Kaiser Josephs II., besuchte im Gefolge von Gesandtschaften Petersburg, wo er von Katharina II. mit And audered aufgenommen wurde, dann Berlin und andere deutsche Residenzen, und wurde endlich, nach Wien zurückekehrt, zum kaiserl. Hofpoeten ernannt. Nach Joephs II. Tode zog er sich nach Florenz zurück; seit 1798 lebte er zu Varis, wo er 6. Febr. 1803 starb. Seine Berühmtheit verdankt er den WNovelle galanti in ottave rime (Par. 1793; neue Aufl., 3 Bde., Par. 1804), die meist schlüpfrig, aber anziehend durch die Lebhaftigkeit und Anmut des Stils sind, und dem zu langen, aber geistvollen und unterhaltenden didaktisch-satirischen Gedichte „Gli animali parlantis (5Bde., Mail. 1802; deutsch, 3Bde., Brem. 1817, und von Stiegler, 2 Bde., Aachen 1843), welches er 1792— 99 schrieb. Außerdem schrieb C. Rime anacréeontichen und die komischen Opern Wa grotta di Trofonion und Ire Teodoro in Venezian, beide von Paisiello, die erstere auch von Salieri komponiert. Eine Gesamtausgabe seiner Werke erschien 1838 in Brüssel.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 55Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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