Bohnenkönigfest, ein namentlich in Frankreich übliches, von da auch nach Deutschland über-Töannekanrs geselliges Fest, das man am Dreionigstage zu begehen pflegt. Man bäckt zu diesem Zweck in einen großen Kuchen eine einzige Bohne, verteilt darauf den Kuchen stückweise unter die Anwesenden, und in wessen Stück sich die Bohne findet, der ist für das nächste Jahr Bohnenkönig und als solcher berechtigt, sich im Scherz einen Hofstaat zu wählen. Zugleich hat der Bohnenkönig aber auch die Obliegenheit, am nächsten Dreikönigstage ein kleines Fest und dadurch Veranlassung zu einer neuen Bohnenkönigswahl zu geben. ½½ν ist dieses „wie z. B. im sudl. Deutschland, nur noch ein Scherz für den einen Abend; der Bohnenkönig erhält eine Krone von Goldpapier und begrüßt die Unterthanen mit einer scherzhaften Anrede, worauf diese seinen ebenso scherzhaften Befehlen gehorchen müssen. In baemerg war diese Sitte in der frühern Zeit so allgemein, daß selbst am Hofe oiche alten wurden, obschon die Geistlichkeit namentlich im 17. Jahrh. vielfach dagegen eiferte. Die Ansicht, daß diese Sitte den röm. Saturnalien ihren Ursprung verdanke, an denen sich die Kinder einen König zu wählen pflegten, dürfte wohl die meiste Wahrj einlichkeit fur sich haben. Die interessanteste Darstellung des B. ist das aus Pontius' Stich bekannte große Gemälde von Jordaens (zu Chiswich).