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MusikBrockhaus 1882

Boleros, die ballettmäßig eingerichteten span. Nationaltänze, welche in den Theatern zwischen den einzelnen Stücken regelmäßig zur Aufführung kommen. Auch nennt man die Tänzer und Tänzerinnen, welche diese Theatertänze ausführen, B. und Boleras. Die beliebtesten und bekanntesten B. —7 die Cachücha, Jota aragonesa, Madrilena, er Ole, Jaléo de Jerez u. a. Sie werden teils bloß von einem Paare, teils von mehrern getanzt, manche, wie der Ole, bloß von einer Tänzerin. Die Tänzer und Weit umtera tragen meist andalus. Kostüm, teils, weil unter allen span. Nationaltrachten die ν½ die kleidsamste und eleganteste ist, teils, weil die Must ahl der B. andalus. Ursprungs sind. Die Musik zu diesen Tänzen wird stets vom Orchester gespielt, ist oft sehr rauschend und hat ein rasch wechselndes Tempo. Die Tänzer schlagen den Takt dazu meist mit den Castagnetten (castaüuelas). Den oft sehr anmutigen Melodien liegen stets Nationalweisen zu Grunde. Die B. sind, wenn sie von gutgeschulten und schönewachsenen Personen getanzt werden, von sehr geälliger Wirkung, weil sie meist aus graziösen Stelungen und Körperbewegungen bestehen und eigentlich keine Tänze, sondern Pantomimen sind. Die eigentlichen Volkstänze, die den B. zu Grunde liegen, unterscheiden sich von diesen wesentlich dadurch, daß zu ihnen gesungen wird, teils von den Tänzern, teils von den Zuschauern. Sie sind ein910 doch graziös und werden durch Guitarrenpiel, bisweilen auch mit dem Tamburin begleitet. uch hier schlagen die Tanzenden den Takt mit den Castagnetten. Buhun. ist der Name von drei Herzögen von Böhmen. .I., mit dem Beinamen «der Grausame», Herzog von Böhmen 935—967, gelangte nach der Ermordung seines Bruders, des *— Wenzel des Heiligen, zur Regierung. Obwohl er in erster Reihe als Führer des heidnisch-nationalen Adels am Sturze seines Bruders beteiligt war, so förderte er doch später die uchtediantt des Christentums im Lande und suchte die Übermacht des alten einheimischen Adels zu brechen. Die Abhängigkeit Böhmens von Deutschland bestrebte er sich vergeblich abzuschütteln, und nach einem langwierigen Kampf mit Kaiser Otto I. mußte er diesem 950 als Oberherrn huldigen. Im Kampfe des genannten Kaisers gegen die Magyaren stand B. auf der Seite Deutschlands. B. vergrößerte sein Reich durch die Slowakei und einen Teil von Schlesien und kräftigte es im Innern. Er starb 967. B. II. (967—999), Sohn und Amedend des vorigen, wurde trotz heftigen Widerstrebens durch die Kaiser Otto II. und Otto III. zur Anerkennung der Oberherrlichkeit Deutschlands gezwungen. Unter ihm gelangte die kirchliche Organisation Böhmens durch die Gründung des prager Bistums zum Abschluß (973). Den letzten Widerstand des Adels gegen die herzogl. Gewalt brach er dürch die Vernichtung des mächtigen Geschlechts der Slaweike, indem er alle ½ dieser Familie nach der Eroberung ihrer Burg Bibitz niedermetzeln ließ (995). B. III., Rothaar genannt, Sohn und Nachfolger des vorigen (999—1002), verlor durch seine Unfähigkeit die Ländererwerbungen seines Großvaters an Polen und machte sich durch seine Graubm ce bei dem Volke so verhaßt, daß er 1002 aus em Lande flüchten mußte, dessen Regierung der poln. Prinz Madiwej, der Bruder des poln. Herzogs B. Chrobry, übernahm. Wohl kehrte B. 1003 nach Böhmen zurück, wütete rücksichtslos gegen den Adel, besonders gegen das Geschlecht der Wenschowece, wurde aber durch den gegen Böhmen rückenden Polenherzog B. Chrobry gefangen genommen, geblendet und in einer festen Burg Polens interniert, wo er erst 1037 starb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 280Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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