Bonaini (Francesco), ital. Geschichtsforscher, verdient um die Reorganisation des Archivwesens in Toscana, geb. 20. Juli 1806 zu Livorno, widmete sich zu Pisa theol. und auhe Studien und wurde schon mit 21 Jahren außerord. Professor des Kirchenrechts, 1840 der Rechtsgeschichte. Im J. 1848 zog er mit einem improvisierten Universitätsbataillon in den lombard. Krieg, wurde aber von Geistesstörung ergriffen, die seine Aufnahme in die Irrenanstalt von Perugia zur Folge hatte, wo er anscheinend vollständig genas. B. lebte hierauf in Florenz, und als 1852 eine Centraldirektion der Staatsarchive geschaffen und die Reorganisation dieser Anstalten beschlossen wurde, fiel die Leitung derselben B. zu, der bald als Generalintendant an die Spitze trat und eine großartige Thätigkeit entwickelte, die sich von den Archiven der Hauptstadt auf die der großen I erstreckte, und in Siena, Pisa und Lucca Institute schuf, die als mustergültig gelten. Im J. 1870 mußte er sich von neuem unter ärztliche Pflege begeben und starb 28. Aug. 1874 auf einer Villa bei Pistoja. Von seiner .4. litterarischen Thätigkeit zeugen, außer einer Reihe kleinerer rechts⸗ und kunstgeschichtlicher Arbeiten und den amtlichen Relationen über die Archive der Emiliav, d. h. der Herzogtümer Modena und Parma und der päpstl. Legationen (Florenz 1861), die von ihm teils allein, teils mit Unterstützung anderer 2 Doe For großen Werke, die Storie Pisanen (2 Bde., Flor. 1844—45), die „Cronache e storie di Perugia (2 Bde., Flor. 1850 —51), beide als Teile des Archivio storico italiano v, die Statuti inediti della città di Pisa (3 Bde., Flor. 1854 — 70), die Lettere inedite di L. A. Muratori a Toscani (Flor. 1854), das erst nach seinem Tode erschienene Urkundenbuch zur Geschichte des Römerzugs — VII. (EActa Henrici VIIO, Flor. 1878). gl. Reumont, „Biographische Denkblätter (Lpz. 1878).