FeedBonpland (Aime)
HeilkundeBrockhaus 1882

Bonpland (Aime), Naturforscher, geb. 22. Aug. 1773 zu La-Rochelle, begleitete, nachdem er 1793 als Chirurg auf einer gegen die Engländer kreuzenden Fregatte seiner militärischen Dienstpflicht Botan hatte, als Zögling der Arzneischule und des otanischen Gartens zu Paris 1799 A. von Humboldt nach Amerika und sammelte dort über 6000 Pflanzenarten, von denen 3500 noch gar nicht beschrieben waren. Nach seiner Rucklehr ward er 1804 durch Empfehlung Corvisarts an die Kaiserin Milnpin Vorstand der Gärten zu Navarre und almaison, die er in der Description des plantes rares cultivées à Navarre et à Malmaisonv (11 Lfgn., Par. 1813—17, mit 66 Kupfertafeln) beschrieb. Gleichzeitig mit diesem Prachtwerke gab er noch zwei auf seine Reisen mit Humboldt bisiliche heraus, die Plantes équinoxiales récueillies au Mexique etc.o (2 Bde., Par. 1808—9, mit 144 Abbildungen) und die «Monographie des Mélastomacées etc.o (2 Bde., Par. 1809—16, mit 120 Kupfertafeln). B.s anderweitige botan. Materialien sind von Kunth benutzt in den Nova genera et species Plantarum). Für ein aus den Doubletten der mit Humboldt gesammelten Auertathergestelltes und dem Jardin des Plantes überlassenes Herbarium empfing B. von der franz. Regierung ein Jahrgehalt-von 3000 Frs. Der Tod der in olhe verleidete ihm den Aufenthalt in Europa in solchem Grade, daß er sich zur Rückkehr nach Amerika entschloß. it einer Menge Sämereien versehen, schiffte er sich 1816 zu Havre nach Buenos-Ayres ein, wo man ihn 1818 zum Professor der Naturgeschichte ernannte. Dort unternahm er 1. Okt. eine Untersuchungsreise den Parana hinauf in das Innere von Paraguay, wurde aber 3. Dez. 1821 Sta.⸗Ana am östl. Ufer des Parana, wo er Theepflanzungen angelegt und eine Kolonie von Indianern gegründet hatte, von 800 Soldaten des Diktators von Paraguay, Dr. henundauf dem Gebiete von Buenos-Ayres überfallen und, nachdem diese die Theepflanzungen zerstört, mit den meisten 5r. Kranek richterer nach Paraguay abgehrt. Dr. Francia schickte B. zunächst als Garnionsarzt in ein Fort und beauftragte ihn dann mit er Anlegung eines Handelswegs; auch durfte er im beschränkten Kreise seine botan. Wanderungen fortsetzen und seine Sammlungen bereichern. Seine Gefangenschaft hatte keinen andern Grund als den, daß Francia die Anpflanzung des Maté⸗ oder Paraguaythees in Buenos-Ayres verhindern wollte. Vergebens verwendete sich Humboldt, unterstützt von Canning und dem brit. Geschäftsträger in Buenos-Ayres, Renes bei Dr. Francia selbst um die Freilassung seines Freundes. Erst 12. Mai 1829 erhielt er seine Freiheit, worauf er sich nuch Buenos-Ayres wendete. Bald aber ging er na Brasilien, an dessen äußerster Grenze, zu Sta.⸗ Borja am Uruguay, er sich niederließ. Von hier aus ertu er seit 1832 wiederholt an Humboldt, Delessert u. a., daß er nur seine Sammlungen aus Paraguay erwarte, um nach CEuropa zurückzukehren. Doch änderte er immer wieder seinen Sinn und kehrte nach Paraguay zurück. Nach den 1851 aus Brasilien nach Europa gelangten Nachrichten hatte er sich in der Estancia de Sta.⸗Ana in der argent. Provinz Corrientes niedergelassen, 3 Praler teils durch einen Kramladen, teils als praktischer Arzt seine Existenz fristete. Er starb 4. Mai 1858 zu Sta.⸗Ana in der Provinz Corrientes in ärmlichen Verhältnissen. Seine corrientinischen Sammlungen, die er zum Teil noch bei Lebzeiten ich die pariser Museen bestimmt hatte, sowie sein chriftlicher, unbedeutender Nachlaß sind zerstreut worden. Eine Biographie B.s schrieb Brunel (3. Aufl., Par. 1872). Vgl. Angelis, Notice biographique sur B.„ (Montevideo 1855); Amadeo B., Apuntas biograficos leidoso (Caracas 1869); Bruhns' «Alexander von Humboldto (Bd. 1 u. 2, Lpz. 1872); Seemanns „Bonplandias (1853—59).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 323Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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