FeedBoscan Almogaver (Juan)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Boscan Almogaver (Juan), berühmter span. Dichter, geb. gegen 1493 zu Barcelona, stammte aus einem alten adeligen Geschlecht und erhielt eine sorgfältige Erziehung. Er diente einige Zeit als Soldat in den Heeren Ferdinands des Katholischen und kam 1519 nach Granada an den Hof Karls V., dessen Gunst er sich erwarb. Nach 1520 ward ihm die Erziehung des Herzogs von Alba übertragen. Später lebte er zu Barcelona. war beschäftigt, seine Werke mit denen seines 67 Garcilasso Perngnan und als ihn im pril 1542 zwischen Perpignan und Gerona, wo er sich gerade mit dem Herzog Alba aufhielt, der Tod ereilte. Durch Andrea Navagero, einen ital. Gelehrten und Gesandten der Republik Venedig am Hofe Karls V. zu Granada, ward B. 1526 veranlaßt, den Elfsilbler ital. Art und seine strophische Bindung zum Sonett, zur Terzine und den Ottavas rimas im — zu versuchen. Sein Freund Garcilasso schloß sich mit überlegenem Talent dieser Neuerung gleich an, sodaß beide zusammen als Begründer der ital. Schule in Spanien zu betrachten sind. In seinem dem und Leander v Ie B. wohl zuerst in Spanien der reimlosen Verse. Seine Gedichte, welche unter dem Titel Las obras de Boscan y algunas de Garcilasso de la Vegan (1543) zum ersten male von seiner Witwe herausgegeben wurden, erlebten im 16. Jahrh. 21 Ausgaben. Im J. 1567 arbeitete sie Sebastian de Cordoba Salzedo ins Geistliche um. Eine Ausgabe der Werke B.s ohne die Garcilassos veranstaltete in drei Büchern Knapp (Madr. 1875). Das erste Buch enthält seine in vierfüßigen Trochäen nach altspan. Geschmacke verfaßten Lieder. Von seinen übrigen litterarischen Arheiten ist die Übersetzung von Castigliones Cortegiano (1. Ausg. 1533; neueste Ausg., Madr. 1873) bemerkenswert. niederländ. Maler, geb. zwischen 1460 und 1464 zu Herzogenbusch (Bof )„ hieß eigentlich van Aken oder Aöken, wurde aber nach seinem Geburtsorte Ceine B. genannt und starb daselbst um 1530. eine Arbeiten sind fast sämtlich Erzeugnisse einer bewußt übertriebenen Einbildungskraft, die aus der rofanen und biblischen Geschichte mit besonderer orliebe die Gegenstände auswählte, welche, wie die Marter der Verdammten in der Hölle, die Versuchung des heil. Antonius u. s. w., die Auf-Bilder haben eine klare, oft glühende Färbung und sind mit vielem Humor ausgeführt. Von B.s Lebensumständen ist wenig bekannt. Wie manche andere seiner niederländ. Behens scheint er einen großen Teil seines Lebens in Spanien zugebracht zu haben, wo seine Gemälde sehr gesucht waren. Ein vorzügliches, noch erhaltenes Gemälde ist eine Anbetung der Könige im königl. Museum u Madrid, bei welcher er ebenfalls allerlei Teufelsspul angebracht hat. Ebendaselbst befindet sich noch eine P.ein Trin des heil. Antonius, ein Sturz der Engel, ein Triumph des Todes und eine an Phantasterei alles überbietende Allegorie auf die Eitelkeit der Welt. Ein merkwürdiges Gemälde, mit —4— 2— —— enthält das Museum zu Berlin, zwei ilder, die Versuchung des ntonius dar⸗ . Krre die Galerie des Belvedere zu Wien. Dem „schreibt man auch einige radierte Blätter und bezeichnet sind.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 361Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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