Bouilhet (Louis), franz. hriker und Dramatiker, geb. 27. Mai 1822 zu Cany im Depart. Niederseine, erhielt seine Schulbildung zu Rouen, studierte dann Medizin, gab aber diesen Beruf auf, um seiner Neigung zur Dichtkunst folgen zu können. Er ging 1854 von Rouen nach Paris und gründete hier seinen Ruf als lyrischer Dichter durch zwei Dichtungen, die zuerst in der cRevue de Parisy und später in besondern Abdrücken erschienen. Das erste war „Meloenis, conte romainv, ein anmutiges Sittengemälde aus dem altröm. Leben zur Zeit des Commodus, dem dann WLes fossileso, eine Reihe vorsintflutlicher Naturschilderungen folgte. Außerdem hat man von ihm eine Sammlung kleinerer Gedichte: Festons et astragalesv (1859). Sein 1856 auf dem Odeontheater aufgeführtes Drama «Madame de Montarcys erntete lebhaften Beifall, weil es die seit langer Zeit von der franz. Bühne abhanden gekommene metrische Noßh in glänzender Weise wiederaufleben ließ. koch mehr Anklang fand 1858 auf demselben Theater ein zweites Drama in Versen: Hélène Peyrono. Dagegen erfuhr sein ebendaselbst gegebenes Lustspiel cL'oncle Milliono (1860) eine kühlere Aufnahme. Ebenso scheiterte sein Drama olorèso, das 1862 am Theatre frangais zur Aufführung kam. Sein Drama 4Faustine (1864), in Prosa eschrieben, war gleichfalls ohne Erfolg. Dagegen and das fünfaktige Drama La conjuration VAmboiser (1866) allgemeinen Beifall. B. starb 19. deaebend zu Rouen, wohin er von Paris (1868) sich begeben hatte, um die Stelle eines Stadtbibliothekars zu übernehmen. Nach seinem Tode erschienen «Derniers chansons; (1872; 2. A fl 187⁴) poésies posthumés 5 2. Aufl.