Doueet (Charles Camille), franz. Bühnendichter, geb. 16. Mai 1812 zu Paris, studierte die Rechte, wurde Advokat und trat 1837 in die Domänenverwaltung über, widmete sich aber später ganz der Dichtkunst. Sein Erstlingswerk war ein Vaudeville: Léoncer (1838), das der Dichter Bayard gemeinschaftlich mit ihm entwarf. Diesem folgten die Lustspiele: Un jeune hommey (1841), L'avocat de sa causen (1842), Le baron Lafleuro (1842), «Le dernier banquet de 18475 (1847), Les ennemis de la maisono (1850), La chasse aux fripons (1846) und Le fruit défenduy (1857). Diese Dichtungen wurden sämtlich auf dem Odeontheater aufgeführt und gesammelt herausgegeben als Comédies en verso (2 Bde., Par. 1858). Im I. 1860 ging von D. ein Schauspiel: La considérationo, auf dem Theätre frangais über die Scene. Außerdem schrieb er noch eine große Anzahl von Gelegenheitsstücken und lange Zeit für den Moniteuro das Feuilleton der Theaterkritik. D. wurde 1853 als Abteilungschef für Beaufsichtigung der Theater in das Staatsministerium berufen und 1863 zum Direktor der Theaterverwaltung im kaiserl. Hausministerium ernannt. Seit 1865 ist er Mitglied der Französischen 2. und seit 1876 ständiger Sekretär derselben. Als gelungenste Bühnenschöpfungen D.s sind Le fruit défenduos und La considérationo anzusehen. Douceur (frz.), eigentlich Süßigkeit, dann besonders Trinkgeld; Douceurs, Schmeicheleien. Douceurgelder heißen besondere Gebührnisse in Geld, welche ganzen Truppenteilen oder einzelnen Personen unter bestimmten Verhältnissen oder für besondere Leistungen neben ihren sonstigen dienstlichen Bezügen zustehen. König Friedrich d. Gr. bestimmte z. B. in dem Unterricht für die Generaler für jede Rangstufe der Offiziere, sowie für die Mannschaft gewisse D. für den Fall, daß die Winterquartiere in Feindesland bezogen wurden. Nach dem «Armee-Verordnungsblatteds vom 11. Juli 1871 heißen auch die den deutschen Truppen für eroberte Trophäen bewilligten Geldbeträge D. oder Geschützgelder und verbleiben dem betreffenden Regiment, welches dieselben zinsbar anlegt und die Zinsen für die Offiziere und die Mannschaft verwertet. Es werden gezahlt für jedes im offenen Gefechte während seines Gebrauchs bei feindlicher Gegenwehr mit stürmender Hand» genommene Geschütz 60 Dukaten und für jedes eim offenen Gefechtes genommene feindliche Feldzeichen (Fahne oder Standarte) 40 Dukaten. Die D. können an die bei der Eroberung thätig gewesenen Mannschaften entsprechend verteilt werden, wenn ihr Betrag bei einem Regiment weniger als 1500 Mark beträgt. In Ssterreich-Ungarn gibt es folgende D.: Reit-D. für Mannschaften der Kavallerie für gute Wartung der Dienstpferde (nach 5 Jahren 14 Fl., dann jährlich 5 Fl.; wird das Dienstpferd nach einjährigem Gebrauch Offizierspferd: 10 Fl.); Mannschafts-Gratislöhnung, welche in der Regel der Kaiser gewährt, im Kriege ausnahmsweise der Armeekommandant bis zum Betrage einer fünftägigen Löhnung; Feuerlösch-D., und zwar für Unteroffiziere die eintägige und zwar für Soldaten 10 Kr.; Deserteurstaglia, und zwar für Einbringen eines berittenen Mannes (fahnenflüchtiger aktiver Militär, entwichener Kriegsgefangener oder Militär-Kerkersträfling) 40 Fl., eines unberittenen 24 Fl.; D. für Entdeckung eines Deserteurkomplotts 36 Fl.; D. für die Anzeige der versuchten Verleitung eines Soldaten zum Treubruche 200 Fl.; D. für Einbringung ärarischer Dienstpferde und Tragtiere 2 Fl. und Ersatz des aufgewendeten Futters, für ärarisches Rindvieh 5 Fl., für ärarisches Kleinvieh 50 Kr., wird jedoch nicht an Militärpersonen gezählt; Lebensrettungs-D., für mit Gefährdung des eigenen Lebens bewirkte Rettung eines Menschen aus offenbarer Todesgefahr, 25 Fl. Doucha (Franz), czech. Schriftsteller und Dichter, geb. 31. Aug. 1810 in Prag, besuchte daselbst das Gymnasium und studierte an der dortigen Universität Philosophie und Theologie. Nachdem er ein Jahr lang Auskultator am prager Akademischen Gymnasium gewesen, empfing er 1834 die Priesterweihe und ward Kaplan im Dorfe Petrovic-Obenic. Hier zog er sich nach mehrjähriger aufreibender Thätigkeit in der Seelsorge ein Gebrechen der Sprach- und Respirationsorgane zu, sodaß er dem Berufe des Predigers und Lehrers für immer entsagen mußte. Er wandte sich nun ganz der Litteratur zu, kehrte nach Prag zurück und nahm seit 1848 seinen Wohnsitz im dortigen Minoritenkloster zu St. Jakob. Dis litterarische Thätigkeit ist eine sehr umfassende und vielseitige; er nahm teil an den meisten Fächern der Journalistik, der Litteraturgeschichte, Biblio-und Lexikographie, als Sammler von Volksliedern u. s. w., verfaßte ernste und humoristische Gedichte ( Die sieben Worte der Barmherzigkeito, Prag 1836, u. a.), insbesondere aber hat er sich als übersetzer verdient gemacht. Er übersetzte unter andern sechs Dramen von Shakspeare, Tassos Befreites Jerusalem», Kleists Käthchen von Heilbronno, Stücke aus Herder, Uhland, Dante, Dumas, Camöes, Puschkin, Mickiewicz. Sehr beliebt sind seine zahlreichen (gegen 100) czech. Jugendschriften. Ferner gab er heraus Erbauungsbücher, eine czech. Ausgabe von Thomas von Kempen Nachfolge Christiv (pz. 1843), «Manuale ritus Pragensis 5 (Prag 1848), im Verein mit P. Dvorsky eine Geschichte der kath. Kirche für Gymnasien» (czech., Prag 1849). Ferner nahm er an der czech. Bibelausgabe (1857), dem Cancional und andern theol. Werken teil, und leitete selbst verschiedene solche periodische Unternehmungen. Auch gab er Czelakowskys «Ohlas pisni ruskycho in wend. Sprache heraus.