FeedBrandstiftungstrieb
AllerleiBrockhaus 1882

Brandstiftungstrieb, ein krankhafter Trieb, mit welchem eine ältere unwissens aftliche Anschauung das häufige Vorkommen von Feueranlegen seitens ju endlicher und meist in der Entwickelung zurückgebliebener Individuen zu erklären suchte, da oft ein zureichendes Motiv für diese verbrecherische Handlung zu fehlen schien. Mit diesem Deosenhar B. oder der sog. Pyromanie ist indes offenbarer Mißbrauch getrieben worden, da es nicht zweifelhaft ist, daß in der Mehrzahl der bekannt gewordenen Beobachtungen Bosheit Rachsucht, Furcht vor Strafe oder andere egoistische Beweggründe die Hand des Brandstifters geführt haben. Allein es bleibt doch noch eine Anzahl anderer Ncht übrig, in denen die Sache sich anders verhält. icht immer nämlich handelt es sich um einfach unmoralische Subjekte, sondern um mehr oder weniger schwachsinnige Individuen oder auch mit Wahnvorstellungen un Sinnestäuschungen behaftete Geisteskranke (Verrückte, Epileptische), die keine klare Vorstellung von der Bedeutung —— verbrecherischen That haben und daher mehr oder weniger unzurechnungsfähig erscheinen. Vor allen aber kommt hier eine Klasse Geisteskranker in Betracht, die vorzugsweise häusig, um sich ihres quälenden innern Drucks zu entäußern, zu dem Mittel der

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 446Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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