FeedBlei
NaturlehreBrockhaus 1882

Blei (Plumbum; chem. ½ oder Symbol — Pb; Atomgewicht = 207), bei den ältern Chemikern Saturnus (5) genannt ist eins der am giun und vorkommenden Metalle und nächst dem inn und Kupfer am längsten bekannt. Die Römer fertigten Röhren zu Wasserleitungen aus B., und Plinius erwähnt schön, daß man B. nicht ohne Zinn löten könne. Gediegen findet sich das B. nur selten, so z. B. bei n Moor in Cumberland im Kalkstein, im Goldsande am Ural und Altai, auf Erzlagern bei Pajsberg in Wermland, in Höhlungen des Meteoreisens von Tarapaca in Chile; manche andere undortsangaben sind unrichtig oder sehr zweifelhaft. Meist findet sich das B. an Schwefel gebunden im Bleiglanz, einem in Würfeln krystallisierenden Bleierz, aus dem fast die sämtliche Menge des verbrauchten B. gewonnen wird. Außerdem kommt es noch als Weißbleierz oder Cerussit (kohlensaures Bleioxyd), als Arororpsauren H als Rotbleierz oder rokoit (chromsaures eioxyd), als Bleivitriol (noiptbanfaur Bleioxyd) und als Gelbbleierz moly dänsaures Bleioxyd) vor. Für die Gewinnung des B.s im großen ist das wichtigste Erz der sedene We der je nach seiner Reinheit auf der Natnt eise verarbeitet wird. Zumeist geht der Verhüttung eine Konzentration des Bleigehalts im Erze auf mechan. Wege vorher (* Aufbereitung), indem man entweder durch Scheidung mit der Hand oder mit Zuhilfenahme von Maschinen alle die Substanzen zu entfernen sucht, die mit dem Erz gewonnen wurden und der Verarbeitung desselben schädlich sind. Eine völlige einigung des haltigen Erzes von den unhaltigen Beimengungen ist nicht möglich, und je nach Art der restierenden Nebenbestandteile verhüttet man lei lanze, die wenig fremde Schwefelmetalle und Erden, insbesondere wenig oder gar keine Kieselerde enthalten, dadurch, daß man sie in lammöfen arer d. h. bei Luftzutritt, ohne zu melzen star erhitzt. Hierbei wird ein Teil des chwefelbleis zu schwefelsaurem Bleioxyd und leio ryd oxydiert und durch Wechselwirkung beider Verbindungen mit unzersetztem Bleiglanz B. abgeschieden. Neben demselben entsteht je nach Grad und Dauer der Röstung ein Gemenge von Schwefelmetall, schwefelsaurem Bleioxyd und Bleioryd (kärntener und engl. Methode) oder nur Bleioxyd (franz. Flammofenprozeß) „welche beiden Nebenprodukte entweder ahnlich wie unter e oder durch ein .— reduzierendes Schmelzen im Schachtofen auf B. verhüttet werden. b) Bleilanze, die bei weniger oder mehr Erden nur wenig remde S wefelverbindung führen, indem man sie unter Zuschlag won Lisen oder eisenhaltigen Substanzen in Schachtöfen verschmilzt, wodurch der Schwefel ab⸗ und B. ausgeschieden wird, ö Schwefeleisen (Stein), welcher immer mehr oder weniger Schwefelblei zurückhält, und eine Erden und Metalloxyde haltende Schlacke entsteht (Niederschlagsarbeit). Stein und Schlacken werden in f Schachtöfen auf B. zugute gemacht. e) Bleiglanze, welche neben mehr oder weniger Erden viel fremde Schwefelverbindungen enthalten, wie folgt. Diese Erze werden entweder in freien Haufen (Stadeln) „oder vollkommener im Flammofen und in letzterm auf manchen Werken bis zum Schmelzen (Sinter oder Schlackenrösten) geröstet, wobei Schwefel Salze sich bilden und je nach dem Grade der Röstung mehr oder weniger Schwefelmetall unzersetzt „unter Zusatz hochsilicierter Schlacken zur Aufnahme von Erden und Metalloxyden einer reduzierenden Schmelzung unterworfen. Bei dieser wird Bleioxyd zu B., schwefelsaure Salze werden zu Schwefelmetallen (Stein, meist aus Hestchend) r chwefelkupfer und Schwefelblei bestehend) reduziert, andere schwer reduzierbare gelhst, e und Erden aber in den Schlacken aufgelöst. Die Schwefelmetalle oder Bleisteine deise man 1—

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 154Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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