Breithaupt (Wilh., Ritter von), geb. zu Kassel 5. Sept. 1809, trat 1825 in den kurhess. Artilleriedienst, zeichnete sich schon früh durch Erfindungsgeist und wissenschaftliche Leistungen aus, erfand als Hauptmann 1854 die Gliederung des ringförmigen Zeitzünders (von Bormann), welche die unbeschränkte Tempierbarkeit des Zünders durch kreisförmige Drehung eines Gliedes desselben (der Satzdecke oder Tempierplatte) einschloß. War dieser sog. Rotationszünder zunächst nur für die Shrapnels glatter Geschütze berechnet, so konnte er doch mit den entsprechenden Modifikationen auch auf die gezogenen Geschütze übertragen werden, und war damit für alle jetzt bei letztern im Gebrauch befindlichen Zeitzünder der Ausgangspunkt geschaffen. Der Besche Zünder wurde 1854 in Kurhessen eingeführt und 1859 das Prinzip desselben in Ssterreich angenommen, gleichzeitig wurde dasselbe von Sir W. Armstrong für die Shrapnels der engl. ge7 Geschütze ausgebeutet. Im J. 1859 trat zals Major zur k. k. Artillerie über, Übertrug hier seine Zünderkonstruktion auf das österr. gezogene Feldgeschütz, bildete behufs Erreichung größerer Brennzeiten den Etagenzünder aus und am B0tigte sich mit der Anbringung des Zünders am Boden länglicher Geschosse. Im J. 1862 in den Adelstand erhoben, verließ er 1866 als Oberstlieutenant den k. k. Dienst und lebt seitdem in seiner Heimat, mit Wort und That unausgesetzt an der Lösung der so höchst wichtigen Zünderfrage beteiligt, welche Bestrebungen in der Schaffung einer universellen Geschoßzündung gipfeln. In allen größern Artillerien ist das Grundprinzip des B.schen Rotationszünders, in einzelnen auch des en Geltung gekommen. Nach dem Russisch-Türkis Kriege von 1877 wurden B. seiten Rußlands, welches in demselben von Shrapnels mit dem B.schen Zünderprinzip so erfolgreichen Gebrauch Pon 5.8 atte, ehrenvolle Auszeichnungen zuteil. Von B.s itterarischen Erzeugnissen ist die «Systematik des Zünderwesenso (Kassel 1868) hervorzuheben.