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Bildende KunstBrockhaus 1882

Brera, das ehemalige Jesuitenkollegium in Mailand, jetzt Palazzo realé delle scienze ed arti, doch gemeinhin noch unter dem alten Namen bekannt, ist ein mächtiger Palast, dessen Erdgeschoß dem Unterricht in den Wissenschaften und Künsten gewidmet ist, während das obere Stockwerk eine reiche und prachtvolle Gemäldegalerie, eine große Bibliothek und eine Sammlung von Gipsabgüssen antiker Bildwerke enthält. Seit 1863 befindet sich auch das Archäologische Museum in demselben Gebäude. Die Bilder füllen 24 kleinere und größere Säle. Unter den Olgemälden ist Rafaels Sposalizio aus dem J. 1504 das berühmteste. Nächst demselben verdienen die Hochzeit zu Kana von Paul Veronese, eine Madonna von Correggio, ein Christus am Kreuz von Guido Reni, eine Anbetung von Albrecht Dürer und mehrere Bilder von Annibale Caracci, Giulio Romano, Andrea del Sarto, Salvator Rosa u. a. Dernurda du Viele treffliche Freskomalereien von Bernardo Luini, Gaudenzio Ferrari u. a. sind aus Klöstern dahin übertragen worden. Die Bibliothek, zu der die alte Buchertammiung der Dund den Grund legte, enthält gegen 200000 Bände und zeichnet sich durch alte Drucke und kostbare Handschriften aus. Außerdem befindet sich in der B. eine ünzsammlung (50000 Stück) und eine Sternwarte. Im prächtigen, von Richini erbauten Hofe steht auf einem Marmorsockel eine Bronzestatue NapoleonsI. (in röm. Imperatorenkostüm) von Canova.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 516Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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