Brouwer (spr. Brauer, Adrian), oft auch Brauwer geschrieben, berühmter Maler der Niederländischen Schule, geb. 1605 oder 1606 zu Audenaarde, wo sein Vater Tapetenmaler war, wurde durch die Armut seiner Eltern frühzeitig darauf hingewiesen, sich selbst seinen Lebensunterhalt zu schaffen, was er zunächst dadurch versuchte, daß er Blumen und Vögel zum Nachsticken malte. Eine Menge Sagen sind über sein Leben verbreitet. Der bekannte Maler Franz Hals in Harlem nahm ihn in die Lehre und wußte sein Talent zu nutzen. In einer Bodenkammer mußte er bei schlechter Kost für seinen Lehrer kleine Gemälde fertigen, die dieser teuer verkaufte. Auf Anraten seines Mitschülers Adrian van Ostade entfloh er endlich nach Amsterdam, wo er zu seinem Erstaunen hörte, daß seine Bilder geschätzt würden. Er verdiente nun ansehnliche Summen, machte aber das Wirts haus zu ener Werkstätte und arbeitete nicht eher, als bis die Wirtin gewaltsam auf Bezahlung drang. Als er während des niederländ. Kriegs nach Antwerpen kam, hielt man ihn für einen Spion und brachte ihn auf die Citadelle. Er erklärte, daß er ein Maler sei, berief sich auf den ebenfalls hier verhafteten Herzog von Aremberg, und nachdem er auf dessen Verwenden mit dem Nötigen versehen worden war malte er die ihn bewachenden Soldaten, wie sie sich in der Wachtstube mit dem Spiele beschäftigten. Rubens, der alsbald das Gemälde als von B.s Hand herrührend erkannte, bewirkte seine Loslassung gegen Bürgschaft, versorgte ihn mit Kleidung und bewuch; ihm eine Unterkunft. B. aber entwich heimlich, um ungestörter seinem Hange zu Ausschweifungen folgen zu können. Er ging dann nach Paris, fand aber keine Beschäftigung und kehrte nach Antwerpen zurück, wo er Ende Jan. 1638 im Hospital starb. Eine genaue Sichtung dieser Traditionen hat W. Schmidt in seiner Schrift «Das Leben des Malers Adrian B.y (Opz. 1873) geliefert. Alle Gemälde B.s, die sich insgesamt durch die Kraft und Harmonie der Farben und durch die Leichtigkeit des Helldunkels auszeichnen, stellen Bauern⸗, Soldaten⸗ oder häusliche Scenen dar; sie atmen eine so drastische Laune, wie sie in maler Grade bei keinem andern niederländ. Genremaler sich findet. B. hat auch einige geschätzte Blätter radiert.