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ReligionBrockhaus 1882

Brüder und Schwestern des freien Geistes nannte sich im 13. Jahrh. eine in den Rheingegenden entstandene, später auch in Frankreich und Italien verbreitete Sekte. „Amabeich von einem rohen Pantheismus, wie ihn Amalrich von Bena d.) gelehrt hatte, verwischten sie sogar den Unterschied von Gott und Mensch, von gut und böse. Diese Richtung, welche namentlich im 14. und 15. Jahrh. unter verschiedenen Namen (Begharden, Turlupinen, homines intelligentiae) Verbreitung fand, hat ebenso wohl zu den tiefsinnigsten Spekulationen als zu den greulichsten sittlichen Ausschweifungen Anlaß gegeben. Die Kirche hat sie mit unerbittlicher Strenge bekämpft. Obwohl aber mehrere Synoden (zu Köln 1306, zu Trier 1310) ihre Unterdrückun beschlossen und zahlreiche Anhänger der Partei auf dem Scheiterhaufen starben, so zahrh. hi sich dennoch Reste derselben bis ins 16. Jahrh. hinein, wo sie in den Libertinern zu Genf und unter den sog. Wiedertäufern wieder auflebten. — Brüder des freien Geistes ist auch der Beiname der gewöhnlich Adamiten (s. d.) genannten Sekte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 609Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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