FeedBrückner (Benno Bruno)
ReligionBrockhaus 1882

Brückner (Benno Bruno), namhafter prot. Theolog und Kanzelredner, geb. 9. Mai 1824 zu Roßwein, besuchte die Fürstenschule zu Meißen und studierte 1843—47 Theologie zu Leipzig, wo er bald an der auch die Stelle eines Nachmittagspredigers an der Universitätskirche erhielt. Nachdem er seit 1850 als Pfarrer zu Hohburg gewirkt, kehrte er im Herbst 1853 als außerord. Professor und zweiter Universitätsprediger nach * zurück, wo ihm zunächst die Gründung eines katechetischen Seminars übertragen ward. Er wurde 1855 ord. Professor der Theologie, 1856 erster Universitätsprediger, bald darauf auch Direktor des Seminars für ns Me Theologie und 1860 Domherr des Hochfufts eißen, Beisitzer des evang. Landeskonsistoriums und Konsistorialrat. B.s Thätigkeit an der Universität erstreckte sich, außer der Leitung des Universitätsgottesdienstes, auf exegetische und praktisch-theol. Vorlesungen, sowie insbesondere auf die Leitung der homiletischen übungen. Das 1862 von ihm gestiftete Predigerkollegium zu St. Pauli stand ebenfalls unter seiner Leitung. Im Anfang des Okt. 1869 folgte er einem Rufe nach Berlin als Propst an St. Nikolai und St. Marien. Gleich-Riite wurde er Oberkonsistorialrat und ordentliches itglied des Evangelischen Oberkirchenrats. Auch an der berliner Universität wirkt er als ord. Honorarprofessor der Theologie. Im J. 1872 wurde ihm noch dazu die neuerrichtete Generalsuperintendentur von Berlin und damit auch eine Stellung im Konsistorium der Provinz Brandenburg übertragen, 1873 wurde er zum Domherrn des Hochstifts Brandenburg, 1877 zum geistlichen Vizepräsidenten des Oberkirchenrats, 1880 zum Wirkl. Oberkonsistorialrat ernannt. B. gehört zu den vorzüglichsten deutchen Kanzelrednern der Gegenwart. Von seinen redigten sind, außer zahlreichen einzelnen, sieben ammlungen (Sammlung 1—3, 3. Aufl., Lpz. 1865; Sammlung 4—6, 3. Aufl., Lpz. 1861—66; Zwölf Predigtend, 2. Aufl., Lpz. 1869) erschienen. Von seinen wissenschaftlichen Arbeiten sind die neuen Bearbeitungen der De Wetteschen Kommentare über das Johannes-Evangelium (Lpz. 1852; 2. Aufl. 1863) und über die kath. Briefe z. 1853), sowie eine kritische Arbeit über den Ein ipperbrief (Lpz. 1848) hervorzuheben. An der Einführung synodaler Ordnungen in die evang. Landeskirche Preußens, sowie an der Leitung der schwierigen kirchlichen Verhältnisse Berlins nimmt B. hervorragenden und wegen seiner persönlichen Milde höchst r Parte der Anteil. Kirchenpolitisch hält sich B. zur Partei der positiven Union. BPFructérer, Name eines großen niederdeutschen Volks, welches zwischen der Lippe und der obern Ems, in einem großen Teile des heutigen westfäl. Muünsterlandes, seinen Sitz hatte. Sie erschienen in den Kämpfen der Römer am Niederrhein und auf westfäl. Boden während des ersten Vufg. Zur der Kaiserzeit (seit 12 v. Chr.) sehr häufig. Zur Zeit des Konstantius Chlorus und später gehörten sie zu dem Frankenbunde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 609Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Religion 6