Brüggemann (Joh. Heinr. Theod.), ein um das kath. Schulwesen in Preußen verdienter Schulmann und Staatsbeamter, geb. 31. März 1796 zu Soest in Westfalen, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und studierte zu Münster, wo er sich neben der Theologie vorzugsweise philos. Studien widmete. Schon seit 1814 Lehrer am Gymnasium zu Düsseldorf, zeichnete er sich durch treffliche Ere Bite und tüchtiges Wissen aus, sodaß ihm 1823 die Direktion der Anstalt übertragen wurde. Seine religiöse Richtung war die eines seiner Kirche mit überzeugung ergebenen Katholiken, jedoch ohne Intoleranz. Im J. 1832 ward er als kath. Schulrat nach Koblenz versetzt und kurz vor der Suspension des Erzbischofs von Köln, Droste von Vischering, nach Berlin berufen, um daselbst besonders bei Regelung der Frage über die gemischten Ehen uß Regierun Im Dez. 1837 wurde er von der preuß. Regierung nach Rom gesandt, wo er bis zum Juni 1838 verweilte, um dem preuß. Gesandten Bunsen bei den Verhandlungen mit dem Papste ratend zur Seite zu stehen. Nach seiner Rückkehr trat er als Geh. Regierungsrat in das Ministerium der geistlichen Angelegen-Leerrd Im J. 1849 ward er erst in einem Wahlezirke der Rheinprovinz, dann in einem solchen Westfalens zum Mitglied der Ersten Kammer gewählt, wo er zur Regierungspartei hielt und in mehrern Sessionen als erster und zweiter Vizepräsident fungierte. Bei der Bildung des preuß. Herrenhauses ernannte ihn König Friedrich Wil53 IV. zum lebenslänglichen Mitgliede desselben. starb zu Berlin 7. März 1866.