FeedBuch der Richter
Recht & StaatBrockhaus 1882

Buch der Richter, s. unter Richter (biblisch). Buchdruckerkunst. I. Geschichtliches. Die mechan. Vervielfältigung der Schrift ist uralt, aber Verwendung zur hen an Dien der Bücher aber ch de der neuern Zeit an. Die Agypter bedienten midengräbern, in Tempeln und auf Totentruhen gleichmäßig herzustellen, Griechen und Römer kannten die Patronen, welche bei erstern Hypogrammoj, bei letztern Laminae interrasiles hießen; im Mittelalter und bis zum 18. Jahrh. wurde von Mönchen mittels Patronen die gleichmäßige schöne Schrift der Missale und ähnlicher Bücher hige Vuc und manche Handschrift, deren gleichmä 90 Buchstaben bewundert werden, dürfte in dieser Weise entstanden sein, da durch nachträgliche Ausfüllung der Lücken die Spur der Patronen verwischt werden konnte. Stempel verwendeten die Babylonier, um die Ziegel mit gleichlautenden dier diesel. zu versehen; von ihnen lernten die Agypter dieselbe kennen, die Griechen verwendeten sie zur Stempelung der Gefäße und auch den Römern waren sie als Tesserae signatoriae bekannt. Die Römer gaben auch Buchstaben von Elfenbein den Kindern zum Spielen und Lesenlernen; daß man aber mit solchen InMnel-Bücher drucken könne, fiel ihnen nicht ein. Im Mittelalter bedienten sich die Illuminatoren der Stempel, um goldene und silberne, selbst schwarze Initiale in die Bücher einzubrennen oder einzudrucken; der silberne gotische Codex zu Upsala ist durch Einbrennen solcher Stempel hergestellt und in früherer Zeit befand sich in Paris ein Psalter, der gleichfalls in dieser Weise hergestellt war. Sowohl die Patronenmalerei als der Stempeldruck waren mühsam und nicht geeignet, das Schreiben zu verdrängen. inschriften im 6. (nach andern im 10.) 5 & um Holztafeldruck. Diese Abdrücke zeigten weiße Schrift auf schwarzem Grunde; die leichte Bearbeitung des Holzes gestattete, die Schrift erhaben auszuschneiden, die nun, nachdem sie mit Farbe mittels eines Pinsels bestrichen, ein Blatt Papier darüber Ride und dasselbe auf der Rückseite mittels eines Reibers aus Palmenrinde oder einer Bürste bestrichen worden war, schwarze Abdrücke auf weißem Grunde lieferte. Zwischen 1041 und 1048 erfand der Schmied Pisching bewegliche Typen aus gebrannten Ziegeln, später soll Piling solche aus Blei gebildet haben; aber dieser Typendruck blieb in China ein totgeborenes Kind, die vielen chines. Zeichen erschwerten die praktische Anwendung und es fehlte die Druckerpresse, um den Druck zu beschleunigen. Der chines. .½½ scheint mit den Spielkarten und dem Baumwollpapier durch die Sarazenen nach Europa gekommen zu sein. Wann die Einführung erfolgte, ist nicht bekannt, doch waren die Spielkarten im 14. Jahrh. in Frankreich, Italien und Deutschland sehr im Gebrauch. Die Geistlichkeit, welche gegen das Kartenspiel eiferte, bewog die Kartenmacher, Heiligenbilder statt der Spielkarten — verfertigen, und so entwickelte sich der Stand der Briefdrucker und Formschneider. (S. Formschneidekunst.) Der älteste datierte Holzschnitt ist aus dem J. 1418. Alle diese Holztafelbilder sind, wie die chinesischen, anopistographisch, d. h. nur auf einer Seite, mittels des Reibers und einer braunen leichten Erdfarbe oder Sepia gedruckt, haben wenig Schrift und zeigen mitunter Unge½½• im Verkehrtschreiben. e der zweiten Hälfte des 15. Jahrh. sind die Holztafeldrucke, welche jetzt auch nur Schrift enthalten, opistographisch, d. h. auf beiden Seiten und mit schwarzer Farbe gedruckt. Inzwischen war die Buchdruckerpresse erfunden worden. über den Anlaß zur Famm in Ach B. machte im 18. Nuhr einen Nachtom Faust in Aschaffenburg, der sich für einen Nachkommen des mainzer Faust oe und diesem die Erfindung zuschreiben wollte, olgende offenbar aus guten Quellen geschöpfte Mitteilung. Der Erfinder, owelcher dem Studium sehr ergeben gewesen und betrachtet habe, wie ern re edle Geist ingenium) aus Mangel an Büchern, die eine so gar lange Zeit und hohen Verlag abzuschreiben erfordert und nicht in eines jeden Beutel gesteckt, unbillig verliegen, ja sogar haben verderben müsseno, sei auf den Gedanken gekommen, Bücher durch den Druck leichter herzustellen; er habe daher ein Alphabet auf einer Holztafel ausgeschnitten, aber dazu eine eigene Tinte erfinden müssen, da die gemeine Tinte in dem Holz zerflossen sei; er habe es dann mit Lampenruß versucht und endlich eine Aserd zähe Tinte erfunden, welche Bestand hatte. er diese erfunden und die Holztafeln auf kleinen Pressen leicht gedruckt habe, hätten sie große Verwunderung erregt und seien gern getauft worden. Er habe hierauf den Donat K. Donatus) gedruckt und sei dann auf den Gedanken gekommen, die Tafeln zu zerschneiden und die Buchstaben einzeln zu setzen. Die pariser Nationalbibliothek besitzt zwei Holztafeln mit jener Missalschrift, welche auch die ersten gedruckten Bibeln zeigen; die Buchstaben sind so gleichmäßig, daß sie mit Patronen vorgemalt oder mit Stempeln vorgedruckt sein müssen. Der Erfinder lehnte sich also an den bereits bestehenden Holztafeldruck an, erfand aber an Stelle der Reiber den Presendmnck und hierzu eine ei heessendruckt sich die Farbe der Briefdrucker für den Pressendruck nicht tauglich erwies. Das Patronieren der Buchstaben führte zu der Idee der Bintel ennstelle und da diese aus Holz schwer im Winkel Kael h waren, auf egossene blinde Buchstabenkegel, auf welchen die Figur (das Auge) des Buchstabens ausgeschnitten wurde; mit solchen bleiges Keän Schließlahmde die Ochntt ibel K t sein. Schließlich wurde das Schnitzen durch Abgüsse in Blei ersetzt, in welchen Formen (Matrizen) die Buchstaben mit dem Auge zugleich gegossen werden konnten; mit solchen gegossenen Buchstaben ist die Atunst Bibel gedruckt. (Hierzu Tafel: Buchdruckerkunst I.) Der Erfinder dieser Kunst war Joh. Gensfleisch, genannt Gutenberg (s. d.), der, obschon er sich selbst nie als den Erfinder nennt, doch von in⸗ und ausländischen Autoren des 15. Jahrh. als solcher beeichnetwurde (Palmerius 1474, Schedel 1493, Jak. 30 Bergomensis 1483, Bossius 1492, Wernher emarensis und Johannes Herbst 1494, Ba t. 1— 11. 1494, Wimpheling 1499, Kölner Kolhoff che) hronik 1499, Mark. Ant. Sabellicus 1504, Joh. Schöffer 1505, erantt.5 u. a.). Es hat nicht an dmnader Hiad t, Gutenberg die Ehre der Erfindung der B. abzusprechen und sie teils seinen Gesellschaftern und Schülern (Fust, Schöffer, Mentel, Nalien teils Fremden (Coster in Harlem und dem taliener Castaldi) zuzuschreiben; die Forschungen der Neuzeit 1031 jedoch die Nichtigkeit dieser Versuche zweifellos klargelegt. (Vgl. Dr. van der Linde: Druct der 626 A. Pfister . d.) aus Bamberg zum ruck der 36zeiligen Bibel, deren Typen Eigentum Pfisters blieben, welcher damit 1461—62 zu Bam5 noch mehrere kleine Werke druckte. Hierauf verband sich Gutenberg mit dem — Bürger Joh. Fust zum Druck der 42zeiligen Bibel, welche mit kleinern gegossenen Missaltypen gedruckt wurde. Diese Gesellschaft endigte mit einem Prozesse, wel-H zu Fusts Gunsten entschieden wurde, in dessen igentum die Lettern übergingen. Gutenberg scheint hierauf nach Straßburg gegangen zu sein, wo er dem Goldschreiber Mentel den Buchdruck lehrte; später kehrte er nach Mainz zurück, wo er das Katholikon1460 mit einerkleinen runden Type druckte, welche in das Eigentum seiner Verwandten Bechtermünze überging. Alle diese Drucke verraten keine Spur von Anfängertum, es sind schöne reife Produkte, welche annehmen lassen, daß die Buchdruckerpresse schon damals die Form hatte, welche sie drei Jahrhunderte lang beibehielt; jedenfalls hatte Gutenberg sich eingeübt, bevor er den Druck großer Werke übernahm, mit denen er die Arbeiten der Schönschreiber in den Schatten stellen und seine Kunst zur Anwendung bringen konnte. Mit Unrecht ben man den Produkten späterer Pfuscher ein gröeres Alter einzuräumen versucht, derlei Produkte wären von vornherein mißachtet worden. Nur einer einer Schüler, Peter Schöffer, hat zur Vervollommnung der Erfindung beigetragen, indem er att der Bleimatrizen, welche Gutenberg verwente, Kupfermatrizen erfand, in welche das Auge des

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 653Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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