FeedAndechs
Recht & StaatBrockhaus 1882

Andechs, Weiler im bayr. Regierungsbezirk Oberbayern, zum Verwaltungsdistrikt München links der Isar gehörig, liegt 14 Em von Starnber am östl. Ufer des Ammersees und ist berühmt dur die frühere Burg (jetzt Kloster) gleichen Namens, welche ech über dem Ortchen, 760 m über dem Meere, erhebt und der Stammsitz eines alten, mächtigen bayr. Dynastengeschlechts, der Grafen von A., war. Letzteres wird schon im 9. Jahrh. genannt und besaß nicht unbedeutende Ländereien an der Etsch und am Inn. Durch eine Erbtochter der ostfränk. Markgrafen erwarb es große Besitzungen in Franken, deren Mittelpunkt die Plassenburg war, nach welcher si auch mehrere dieses Stammes nannten. Die Grafen von A. wurden 1181 in der Person Bertholds I. Herzöge von Dalmatien, welchen Titel sie jedoch schon 1202 mit dem der Her-Ber von Meran (s. d.) vertauschten. Nach dem Tode ertholds I. folgte 1192 dessen Sohn Berthold II., welcher Tirol, Istrien, Dalmatien, Kroatien, Andechs u. s. w. besaß und durch Heirat auch no die Pfalzgrafschaft Hochburgund (Franche-Comté an sein Haus brachte. Er starb 1204 und vererbte seine Länder an seinen Sohn Otto I., der bis 1234 regierte und einen Sohn, Otto II., hinterließ, mit welchem 1248 das Geschlecht im Mannsstamme erlosch. Erbe des größten Teils der Güter war Albert I., Graf von Tirol. Das Bergschloß A. ward 1458 durch den Herzog Albrecht III. von Bayern⸗-München in ein Benediktinerkloster verwandelt, das als Wallfahrtsort Berühmtheit erlangte, aber zu Anfang des 19. Jahrh. aufgehoben wurde. In neuerer kam A. durch Kauf an König Ludwig I. von Bayern, der das Kloster wiederhergestellt hat. Seitdem ist A. wieder ein berühmter und vielbesuchter Wallfahrtsort geworden. ndeer, der Hauptort des Schamserthals, s. Viamala.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 619Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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