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NaturlehreBrockhaus 1882

Bucl l., bei naturwissenschaftlichen Namen Abkürzung für Buckland (William). Buckland (William), berühmter 9 Geolog, geb. 12. März 1784 zu Axminster in Devonshire, studierte in Orford Theologie, wandte sich aber mit besonderer Vorliebe den Naturwissenschaften zu, und wurde 1813 zu dem an der Universität Oxford neuerrichteten Lehrstuhle der Mineralogie berufen, mit dem er seit 1818 auch die Professur der Geologie verband. Seine beiden Hauptwerke sind die «Reliquiae diluvianaen (2. Aufl., Lond. 1824), welche durch die Entdeckung der mit fossilen Überresten angefüllten oolithischen Höhlen in Yorkshire veranlaßt wurden, und „Geology and minèralogy considered with reference to natural theologyr (2 Bde., Lond. 1836; 4. Aufl. 1868; deutsch von Agassiz, 2 Tle., Neuchätel 1838—39). In letzterm Werke, das zu den Bridgewater-Traktaten gehört und von dem Richard Owen 1864 eine neue erweiterte und verbesserte Ausgabe veranstaltet hat, versuchte B. die Lehre des Plutonismus mit den Erzählungen der Bibel in iu Don Einklang zu bringen. Er wurde 1845 zum Dechanten von Westminster ernannt. Nachdem geistige und körperliche Leiden ihn in den letzten Jahren der gelehrten Thätigkeit entzogen hatten, starb er zu Clapham bei London 14. Aug. 1856. Obwohl B.s Leistungen dem heutigen Stande der Wissenschaft zum Teil nicht mehr entsprechen und überhaupt einen gewissen Dilettantismus und Mangel an logischer Schärfe verraten, so gebührt ihm doch die Anerkennung, das Studium der Geologie in England eingebürgert zu haben. Seine 1825 erschienene Description of the south-western coal district of Englando gilt noch jetzt als Autorität. — Der älteste Sohn B.s, Francis B., Regimentsarzt bei der engl. Garde, geb. 17. Dez. 1826, ist Verfasser der Curiosities of natural historys (Lond. 1858), der Familiar history of British fisheso (1873) und anderer populär-naturwissenschaftlicher Schriften. B. hat sich um die Fischzucht in England große Verdienste erworben, wie er auch auf eigene Kosten das Museum of economic fish cultures in London begründete. Er starb im Dez. 1880. Buckle (Henry Thomas), ausgezeichneter engl. Kulturhistoriker, wurde 24. Nov. 1822 zu Lee in der Nähe von London geboren. Sein Vater, ein londoner Kaufmann, ließ ihn sorgfältig erziehen und nahm ihn dann in sein Geschäft auf; als aber der Vater 1840 mit Hinterlassung eines bedeutenden Vermögens starb, widmete sich B. ganz litterarischen Studien. Nachdem er sich zuerst als Schriftsteller mit Essays On libertyo und «On the influence of womenv versucht hatte, trat er mit dem ersten Bande seiner durch langjährige Untersuchungen vorbereiteten History of civilization in Englando (5. Aufl., Lond. 1874; Lpz. 1865; Don Hitte Ruge, 6. Aufl., 2 Bde., Lpz. 1881, und von itter, 2 Bde., Berl. 187⁰0) hervor, in der er aber außer England auch andere europ. Länder in den Kreis seiner Betrachtungen zieht. Das Werk erregte allgemeines Aufsehen und zum Teil heftigen Widerspruch. Man warf dem Verfasser nicht mit Unrecht doktrinäre Einseitigkeit und Hang zu einer materialistischen Weltanse auung vor; allein trotz aller Mängel hat sein Werk doch das Verdienst, die vielseitigste Anregung gegeben zu haben, indem es den Weg zeigte, auf dem man zu philos. und kulturhistor. Resultaten Nach Wrar auf dem bisherigen nicht erreicht wurden. ach Herausgabe des zweiten Bandes unternahm B. zur Stärkung seiner Gesundheit und Erweiterung seiner Kenntnisse im Okt. 1861 eine Reise nach dem Orient, verbrachte den Winter in Agypten und begab sich dann durch die Wüste nach Syrien, erkrankte aber 13 29, M. am Typhus und verschied zu Damaskus 29. Mai 1862. Aus seinem Nachlasse erschien: Miscellaneous and posthumous works of Henry Thomas B. Edited with a biographical notice by Helen Tayloro (3 Bde., Lond. 1872), ferner ESSayso (engl., Lpz. 1867; deutsch von Asher, Lpz. 1867). Sein Leben beschrieb Huth in The life and writings of Henry Thomas B.„ (2 Bde., Lond. 1880; deutsch im Auszug von Katscher, Lpz. 1881). Vgl. auch J. S. Glennie, Pilgrim memories, or travels and discussions in the birth countries of christianity, with the late Henry Thomas B.v (Lond. 1875).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 684Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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