FeedBüffel (Bubälus)
TierreichBrockhaus 1882

Büffel (Bubälus), diejenigen Rinderarten, . schr sich durch einen großen, kurzen und dicken Kopf, sehr weit auseinanderstehende, etwas seitlich zusammengedrückte und nach hinten gebogene Hörner, niemals aufrechte Ohren, spärliche Behaarung, heime durch Wildheit und Stärke und boshaften, heimtückischen Charakter u Abteitune ohne jedoch eine systematisch geschlossene Abteilung zu bilden. Der eigentliche oder echte B. (Bos Bubalus oder Bubalus vulgaris), welcher in Hindostan wild lebt, aber auch leicht in jedem andern angemessenen Lande verwildert, unterscheidet sich hauptsächlich durch seine am Grunde zusammengedrückten und runzeligen, nach hinten gebogenen Hörner „welche gegen die Mitte aufwärts und mit den Spitzen nach vorn und außen gerichtet sind, und durch eine starkgewölbte, kraushaarige Stirn, welche so lang als breit ist. Seine Glieder sind stark, aber niedrig; sein Haar ist meist schwarz, aschgrau oder schwärzlich, —— raun oder weiß. Im wilden Zustande ist er B. ein furchtbares Tier; aber auch gezähmt zeigt er sich noch wild und störrig und kann kaum durch den Nasenring gebändigt werden. Nach Italien kam der B., nach dem Zeugnisse von Paul Warnefried, 596; jetzt ist er in sumpfigen und wenig angebauten Gegenden Italiens sehr häufig, zumal in Calabrien, in den Pontinischen unt und der Maremme. Sümpfe sind überhaupt sein liebster en Bal9e und er verbringt selbst mehrere Stunden halbversenkt im Wasser, schwimmt auch vortrefflich. Da er die Nässe wie kein anderer Wiederkäuer verträgt, so ist er besonders bei der Bearbeitung des schlammigen Reisbodens von Nutzen, leistet aber auch als Zugtier auf morastigem Boden wichtige Dienste, denn auch durch grundlosen Morast, wo kein Pferd h — bricht er 1 Man hat ihn jetzt selbst an Daden Orten in Deutschland, wo Dreorder Thonboden herrscht und das Pflügen außerordentliche Kraft verlangt, mit Vorteil eingeführt. Sein Fleisch ist hart und geschmacklos, und die Milch der Büffelkuh, mindestens in Europa, wenig tauglich; wohl aber wird die Haut wegen — Dicke und Festigkeit geschätzt. Eben⸗ — S in Indien findet sich der noch wenig bekannte rni (B. Arni), der vielleicht der Stammvater des ewöhnlichen B. ist, und auf den Sundainseln, Moukken und relangen der Kerabau (B. Kerabau) mit ungeheuer langen und sehr weit auseinanderstehenden Hörnern. Der kapische B. (B. Caffer) in Südafrika alocht den vorigen in seinen Sitten sehr; nur ist er noch ½ unbändiger, wilder und gefährlicher. Deshalb sind auch die Jagden auf ihn voll von Gefahren, zumal er mit seiner Stärke eine roße Schnelligkeit verbindet, ja er bleibt selbst tödich verwundet noch ein gefährlicher Feind. Mit unwiderstehlicher Gewalt bricht er, wenn er flieht, selbst durch das dichteste Wur sch sich Bahn, kehrt aber öfters plötzlich voll Wut sich wieder gegen seinen Verfolger, der, wenn er nicht auf einen schleunigen sichern Rückzug im voraus Bedacht nahm, dem Grimme des Tiers unterliegen muß. Seine s unze al sehr schweren Hörner stoßen an der urzel zusammen und bilden quer über die Stirn einen harten, unebenen Wulst, biegen sich dann nach unten und vorn. Zu beiden Seiten des Kinns und des Unterkiefers befindet sich ein steifer Bart. Auf dem Körper ist das Haar dünn zerstreut und schwarz oder schwarzbraun; nur die jüngern Tiere ind dichter behaart; einjährige Ochsen haben eine Irt ender M5 vom Hinterkopfe zur Schwanzwurzel reichender Mähne. Der amerikanische B. gehört zu den Bisons (s. d.). Die Oahsehäute, sind dicker und fester als die besten Och auledets daher zur Bereitung vorzüglichen Sohlenleders sehr geschät. Auch durch die uwellen zu iunt (mittels Öl) verarbeitet man sie zuweilen 8a starkem, gelbem Leder, woraus dann Gürtel, Koppel, Patronentaschen u. dgl. gemacht werden. Eine Büffelhaut wiegt manchmal über 50 kg. Der Handel erhält diese Häute aus der europ. Türkei und aus Südafrika. Die Büffelhörner werden zur Verarbeitung auf Kämme, Dosen, Messerhefte und Drechslerwaren den Ochsenhörnern vorgezogen, weil sie größer dabei dichter und härter von Substanz sind; auch ereicht die dunkelbraune oder schwarze Farbe des üffelhorns oft zum Vorteile.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 697Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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