Chotek, ein altes adeliges, in Böhmen und Ssterreich verbreitetes Geschlecht, das 1556 in den Freiherrenstand, 13. Mai 1723 in den böhm. Grafenstand und 4. Okt. 1745 in den deutschen Reichsgrafenstand erhoben ward. Dem Geschlecht gehören an: Graf Johann Karl C., geb. 28. Okt. 1705. Derselbe widmete sich dem Kriegsdienste, wurde aber meist zu diplomatischen Sendungen und Regierungsgeschäften verwendet. Er ward 1744 Feldmarschalllieutenant, Geheimrat und er und erhteit 1765 von Bayern, 1762 Feldzeugmeister und erhielt 1765 für seine Familie erblich das Erbland-Thürhüteramt in Niederösterreich. Er starb 8. Nov. 1787. — Sein Neffe, Johann Rudolf, Graf C. von Chotkowa und Wognin, geb. 17. Mai 1748, ward durch Kaiser Joseph 1770 zum niederösterr. Regierungsrat, 1776 zum Hofrat bei der vereinigten Hofkanzlei, kurze Zeit 29155 1 zum Kanzler derselben berufen. Nach Leopolds II. Regierungsantritt wurde ihm die Leitung der neu errichteten Finanzhofstelle übertragen. Er nahm 1793 seine Entlassung, ward aber 1802 zum Staatsminister und Oberstburggrafen von Böhmen erhoben, in welcher Stellung er für Hebung der Industrie des Landes segensreich wirkte. Von 1805 -9 Mitglied des Konferenzministeriums und nach dem Frieden Präses der normalen Hofkommission, starb er 26. Aug. 1824 zu Wien. — Sein Sohn, Graf Karl von C., geb. 23. Juli 1783, studierte die Rechte in Wien und Prag, trat 1803 in den Staatsdienst, erhielt 1809 die Stelle als Gubernialrat in Brünn, 1812 die als Kreishauptmann zu Prerau in Mähren und ward nachher zur Organisierung des 3 Auch der triester Kreisamts nach Triest berufen. Nach der Besiegung Murats wurde er 1815 Generalgouverneur des Königreichs Neapel, nach seiner Rückkehr nach Triest 1816 Hofrat bei der dortigen Regierung, deren gesamte Leitung er dann bis Ioda Juli 1818 führte. In letzterm Jahre erfolgte odann seine Ernennung zum Geheimrat und Vizepräsidenten in Tirol, ein Jahr später zum Gouverneur von Tirol und Vorarlberg. Im J. 1825 berief ihn der Kaiser als Hofkanzler und Präsident der Studienhofkommission nach Wien, und im Herbst 1826 erhielt er die oberste Verwaltung des Königreichs Böhmen, um das er sich die glänzendsten Verdienste erworben hat. Nachdem er 1843 sein 40jähriges Dienstjubiläum begangen, legte er Ende Juli desselben arb seine Stelle als Oberstburggraf nieder. Er starb 28. Dez. 1868. Vgl. Wolf, „(Graf Karl C. Ein Lebensbildo (Prag 1869). — Von seinen beiden Söhnen war der jüngere, Graf Bohuslaw von C., geb. 4. Juli 1829, Legationsrat bei der österr. Gesandtschaft zu Berlin, wurde 1867 Gesandter zu Stuttgart, 1870 in Petersburg und ist seit 1873 als Gesandter in Brüssel Rudolf, — Jetziges Haupt der Familie ist Graf Rudolf, geb. 23. Juni 1832, Mitglied des Herrenhauses.