Caligüla (Gajus Cäsar), röm. Kaiser von 37 und der Agrippina, bel 31. Aug. des J. 12 n. Chr. zu Antium oder in Knabe das Lagerleben seines Vaters und wurde daher von den Soldaten mit dem Spitz⸗ oder vielmehr Schmeichelnamen C. (Soldatenstiefelchen) benannt. Er begleitete seinen Vater auch nach Syrien und wurde, nach dem Tode desselben nach Rom zurückgekehrt, zuerst im Hause seiner Mutter, dann, nach der Verbannung derselben, bei Livia, der Mutter des Tiberius, seiner Urgroßmutter, zuletzt bei seines Vaters Tiberius am Sh schmeichelte er sich bei diesem ein, sodaß er dem S ster entging, während andererfeits die noch lebendige Erinnerung an seinen Vater ihm die Gunst des Volks sicherte. Nach der Ermordung des Tiberius Ear März 37), an welcher er selbst jedenfalls beteiigt war, eilte er mit der Leiche desselben nach Rom und wurde hier vom Volke und Senat als Alleinherrscher anerkannt, obgleich Tiberius seinen Enkel, den jüngern Tiberius, zum Miterben eingesetzt hatte. In der ersten Zeit esen als sein Zusammenleben mit Tiberius und en eigene Außerung, daß er in ihm eine Natter für das röm. Volk, einen Phaethon für den Erdkreis auferziehe, erwarten ließen. Bald aber gesellten sich u der unsinnigen 16 und durch uf die er von Anang an geübt hatte und durch die von Tiberius angesammelten Summen in Einem Jahre vergeudete „die wüsteste Wollust und entsetzichste Grausamkeit, verbunden mit einem maßlosen und oft auf das groteskeste sich äußernden Hochmut. Wenn auch nur ein kleiner Teil dessen wahr ist, was von C.s Einfällen erzählt wird, so muß man, wenn nicht an eine Zerrüttung, so doch an eine Überreizung seines Geistes glauben, die man von der ufolhe seines wü Krankheit herleitet, in welche er infolge seines wüsten Leb ner Regierung verfiel. Unzählige Hinrichtungen folgten aufeinander als Opfer seines finstern Argwohns und der aus seiner Verschwendung sich erden eri Habsucht, da die Güter der Hingerichteten en erschöpften Schatz füllen sollten: C. mordete aber auch wird erzählt, daß er während seiner Mahlzeiten vor seinen Augen B Verhöre und Hinrichtungen vornehmen ließ. Er tern in Blutschande Frau, die seine Leidenschaft erregte. Den Kerxes zu übertreffen, ließ er eine 1½¼ Stunden lange, straßenartige Schiffbrücke vo und Baul und nachdem er den Bau, der bald wieder zerel, im Frühling des J. 39 prächtig eingeweiht hatte, te er am folgenden Tage eine Menge Menschen, ie sich . der Brücke Im Herbst des J. 39 brach C. nach Gallien auf, wie er vorgab, um d Wahrheit aber, um nunmehr au seither in Rom zu plündern und zu wüten. Er ging mit einem großen Heere über den Rhein, kehrte aber d wieder um, ohne den eind gesehen zu haben. Bevor er Gallien verlie dtammutte er, wi er zählt wird, sein Heer in Schlachtordnung an der Britannien gegenüber Dreiruderer, kehrte, nachdem er entfernt hatte, zurück, ließ das eichen zum Angriff ½ und befahl den Soldaten, Muscheln am trande zu sammeln, die er als eine dem Ocean ½ Beute in Rom den Göttern weihen wollte. In Rom — er an seinem Geburtstage 31. Aug. 40 im kleinen riumphe (der Ovation) wieder ein und brachte nun hier die letzten fünf Monate seines Lebens zu. Wenn er schon vorher mit den Attribuden und in der Tracht verschiedener Götter sich gezeigt Kone ließ er 10 zuletzt vom Senat und auf eigene osten Tempel bauen, stiftete sich ein eigenes Prietertum und befahl, daß er in 16 Müet alten Hauptitzen des religiösen Kultus, wie ilet, verehrt und aß in dem Tempel zu Jerusalem seine Statue aufgestellt werde. Auch das Volk in Rom entfremdete er sich zuletzt durch die Einführung neuer schwerer Abgaben. Dabei fuhr er fort, gegen Vornehme und Reiche zu wüten. Nach seinem Tode wurden zwei Bucher von C.s Hand aufgefunden, welche die Titel Gladiuso (das Namen d und Pugios (der Dolch) trugen und die Namen der zum Tode Bestimmten mit beigeschriebenen Notizen enthielten. Trotzdem blieb, abgesehen von einigen vereitelten oder nieder-Erst als C. Verschwörungen, der Friede ungestört. Erst als C.s Grausamkeit seine nächste Umgebung bedrohte und sein Übermut einen Prätorianertribunen (Gardeobersten) tödlich beleidigte, bildete sich eine Verschwörung, welcher C. am 24. Jan. 41 zum Opfer fiel. Auch seine Gemahlin Cäsonia und ihr Töchterchen wurden niedergemacht.