FeedCampanus (Johannes)
ReligionBrockhaus 1882

Campanus (Johannes), ein Antitrinitarier der Reformationszeit, geb. um 1500 zu Maes-Eyck in der Diöcese Lüttich, studierte zu Düsseldorf und Köln. Von hier 1520 vertrieben, kam er als Hofmeister junger Edelleute 1528 nach Wittenberg und begab sich 1529 zu dem Religionsgespräch nach Marburg, in der Meinung, den Streit ums Abendmahl beilegen zu können. Er erklärte nämlich die Worte, adies ist mein Leibo dahin: dieses Brot ist war ein Leib für sich, aber zugleich mein Leib, weil — es geschaffen habe. In seiner Abhandlung „Göttlicher und Heiliger Schrift, vor vilen Jaren verdunckelt und durch unheylsame Lere und Lerer verfinstert, Restitution und Besserung durch den hochgelehrten Johannem Campaneumy (1532) entwickelt er unter anderm seine Auffassung der Trinität. Nach 1 Mos. 1, 26 sbaß Gott den Menschen nach seinem Bilde, er schuf aber Mann und Weib oder den ehelichen Menschen, also ist der er Che Mensch das Bild Gottes, d. h. wie in der CEhe Mann und Weib Eins sind, so sind auch die beiden Personen des Vaters und des Sohnes Eine Gottheit. Der Geist ist keine Person, sondern die gemeinsame Natur oder die Wirkung von Vater und Sohn. Auch dem Antinomismus huldigte C. mit der Behauptung, der Wiedergeborene könne nicht fündigen. Nach längerm Aufenthalt in Sachsen tehrte er ins Jülicher Land zurück, wo seine Schmähungen gegen Luther en unter den Katholiken manche Freunde erwarben. Als er jedoch durch Verkündigung des berhuf Weltendes das Landvolk aufregte, ward er verhaftet und starb 1574 in völliger Geistesverwirrung. Vgl. Trechsel, »Die protest. Antitrinitarier vor Faustus Socinv (Heidelb. 1839). 2

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 878Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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