Campe (Joach. Heinr.), ausgezeichneter Jugendschriftsteller und Lexikograph, geb. 29. Juni 1746 zu Deensen im Braunschweigischen, besuchte die Schule zu Holzminden, studierte zu Helmstedt und Halle Theologie und wurde 1773 Feldprediger bei dem Regiment des Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen zu Potsdam. Basedows Erziehungsunternehmen begeisterte ihn so, daß er 1776 einem Rufe als Edukationsrat und Lehrer am Philanthropin zu Dessau folgte. Nach Basedows Rücktritt von der Direktion dieser Anstalt übernahm er dieselbe. In diese Zeit fällt die Herausgabe seines „Sittenbüchlein o, welches große Verbreitung fand. Er gab jedoch bald die Direktion des Philanthropin auf und legte 1778 zu Billwärder in der Nähe von tenergei eine Privaterziehungsanstalt an. Wegen seiner geschwächten Gesundheit Übergab er auch diese 1783 dem Prof. Trapp, seinem Mitarbeiter, worauf er in Trittow bei Hamburg privatisierte. Hier beann er den Hamburger Kinderalmanacho, welcher in 12 Bändchen bis 1784 fortgeführt wurde. Im 1787 erhielt er einen Ruf als Schulrat na raunschweig, um bei der einzuleitenden Schulreform thätig zu sein. Er übernahm dort zugleich die bis dahin mit dem Waisenhause verbundene Buchhandlung, die sich vorzüglich durch den Verlag seiner eigenen Schriften zu einer der . „ in Deutschland emporschwang. Später übergab er dieselbe seinem Schwiegersohne Hans Friedri Vieweg, legte 1805 auch seine Stelle als Schulrat nieder, wurde Dechant des Stifts Cyriaci und lebte zurückgezogen nur seiner Familie und seinen riftitellerischen Arbeiten. Er starb bei Braunweig 22. Okt. 1818 und ruht in seinem Garten, in dem ihm der Herzog von Braunschweig eine Familiengrabstätte bewilligt hatte. Veredlung der Sitten und Bereicherung des Geistes, eine Reform des gesamten Erziehungswesens und die daraus folgende bessere Bildung der Jugend waren das 88. auh welchem er in seinen pädagogischen chriften hinarbeitete. C.s Erziehungsschriften gehörten lange zu den verbreitetsten und geschätztesten. Sein Stil ist rein und fließend. Vorzüglich Jas er eine seltene Gabe, seine Schreibweise dem Fassungsvermögen der Jugend anzupassen. Er ist der eigentliche Repräsentant der Kinderlitteratur. Seine „Sämtlichen Kinder⸗ und Jugendschriften» umfassen 37 Bände (4. Aufl., Braunschw. 1829—32). Unter diesen ist Robinson der Jüngerer, eine Bearbeitung von Defoes Robinson Crusoev, in alle europ. Sprachen übersetzt worden. Das Buch hat in 100 Jahren (von 1779—1879) in drei verschiedenen Ausgaben in jeder Uber 100 Auflagen erlebt. Weite Verbreitung fand auch C.s „Entdeckung von Amerika v (3 Tle., 25. Aufl., Braunschw. 1874) und Theohron, oder der erfahrene Ratgeber für die unersiahrene Jugendo (11. Aufl., Braunschw. 1843; neu bearbeitet von Krause, Berl. 1873). Ein Seitenstück u dem letzten Werke bildete das Buch: VBäterlicher Rat an meine Tochtere; auch die «Kleine Seelenlehre für Kinder» ist hervorzuheben. Unter den Büchern, welche er für Pädagogen schrieb, nimmt sein Revisionswerk des gesamten Schul⸗ und Erziehungswesens»‚ welches er in Gemeinschaft mit andern gleichgesinnten Erziehern und Demühungen herausgab, den ersten Platz ein. C.s Bemühungen um die Reinigung der deutschen Sprache von Fremdwörtern (namentlich in dem Wörterbuch der Erklärung und Verdeutschung der unserer Sprache aufgedrungenen fremden Ausdrückev, Braunschw. 1801; 2. Aufl. 1813) gingen zu weit; n i. hat er sich auch hierdurch ein bleibendes Verdienst erworben. Sein „Wörterbuch der deutschen Spracher (mit Bernd, 5 Bde., Braunschw. 1807—11) entbehrt zwar der streng wissenschaftlichen Grundlage, zeichnet sich aber gegenüber Adelungs „Wörterbuch' aus durch eine bedeutend größere Reichhaltigkeit des Wortvorrats. Vgl. Hallier, Joachim Heinrich C.s Leben und Werker (Soest 1862); Leyser, Joachim mißt, sind unter K aufzusuchen. Heinrich C. Ein Lebensbild aus dem Zeitalter der Aufklärunge (2 Bde., Braunschw. 1877). ö besondere Beiname des Cid. ů welcher den westl. Teil der Halbinsel Hucatan einnimmt, zählt auf 67 539 qkm 86 300 E., von welchen ein großer Teil Indianer sind. Der Boden ist meist sandig, schlecht bewässert und nur teilweise von reichem Weideland dur dehan Die Flüsse, wie der San-Francisco und Candelaria, sind klein und unbedeutend; ebenso die Landseen. Die derund rodukte bestehen in Wachs, Salz, Reis, Zucker und bem berühmten Campecheholz, dessen Ausfuhr übrigens in den letzten Jahren sehr abgenommen hat, während Tabaksbau und Cigarrenfabrilation zuenommen haben. Das Klima . im ganzen gesund, da die Hitze morgens und abends durch kahle 0. gemildert wird. „eigentlich San-Francisco de C., das alte Kimpesch, Stadt und emdunder Kon Staates C, liegt an der Westküste und an der Mündung des Rio de San-Francisco in die nach der Stadt benannte Campechebai des Mexikanischen Golfs. Sie ist regelmäßig gebaut, rings von Hügeln und Mauern umgeben, durch eine Citadelle gedeckt, hat mehrere Kirchen „eine Steuermannsschule, ein Iaser un Ar und ein Hospital und zählt 16000 E., ist aber im Innern ganz unbedeutend. Der Hafen ist gut, durch einen 40 m langen Damm geschützt, aber zu berh sodaß Schiffe von mehr als 3m Tiefgang außerhalb + der Reede ankern müssen. Die Gewerbthätigkeit ist gering; nur der Schiffbau ist ziemlich beträchtlich, der Seehandel bedeutend in Campecheholz und Wachs. Um die Stadt führen hbnen La Promenaden und Gartenanlagen mit schönen Landhäusern. Sie leidet aber Mangel an Brunnen, sodaß das Trinkwasser herbeigeführt werden muß. Die Umgebung von C. produziert Reis, Zucker, Campecheholz, Marmor, Salz. Die Stadt wurde 1540 gegründet‚, 1659 von den Engländern, 1678 und 1685 von den Seeräubern erobert und teilweise zerstört. Unter uen Herrschaft hatte sie das andch sehr geruu En catan; seitdem aber ist ihr Handel sehr gesunken.