Clarke (Henri Jacques Guillaume), Graf von üneburg und Herzog von Feltre, Marschall von ankreich, geb. 17. Okt. 1765 1 Landrecis im ennegau, stammte aus einer adeligen Familie Irands und verlor seinen Vater, welcher franz. Oberst war, frühzeitig. Als Waise kam er 1781 in die Militärschule zu Paris, trat 1782 in die Kavallerie, nahm aber 1790 den Abschied als Kapitän, um bei der franz. Gesandtschaft in England einzutreten. Nach baldiger Rückkehr nahm er aufs neue Militärdienste, war 1792 schon Oberstlieutenant und zeichnete sich im Gefechte bei Horchheim unweit Landau 1793 aus, sodaß er von den Volksrepräsentanten auf dem Schlachtfelde zum Brigadegeneral erhoben wurde. Darauf befehligte er die Vorhut der Rheinarmee und wurde Stabschef bei derselben, sah sich jedoch bald als Adeliger abgesetzt, seiner Güter im Elsaß verlustig erklärt, endlich sogar eingesperrt. Nach erlangter Freiheit stellte ihn Carnot als Chef des Topographischen Bureau an. Im Dez. 1795 wurde C. zum Divisionsgeneral erhoben und mit geheimen Aufträgen nach Wien gesandt. Der Weg dahin war ihm durch Italien vorgeschrieben, um zugleich den Obergeneral Bonaparte zu beobachten. C. verständigte sich mit Bonaparte und ließ sich für dessen Pläne gebrauchen. Als nach dem 18. Fructidor Carnot die Flucht ergriff, rief man auch C. zurück; allein Bonaparte behielt ihn bis nach der Unterzeichnung des Friedens von Campo-Formio bei sich. Nach seiner Rückkehr und Bonapartes Abreise nach Agypten lebte er zurückgezogen, bis man ihn zur Abschließung eines Bündnisses mit dem Könige von Sardinien verwendete. Im Sept. 1800 sandte ihn Bonaparte maul Luneville, um die Friedensunterhandlungen einzuleiten. Hierauf war er drei Jahre hindurch Gesandter am Hofe des Königs von Etrurien und wurde dann Staatsrat und Kabinettssekretär des Kaisers für das See- und Kriegswesen. Im der Rans gegen Ssterreich von 1805 übertrug ihm der Kaiser das Gouvernement von Wien, und 1806 war C. Gouverneur von Erfurt, dann von Berlin. Seine Verwaltung war hart und grausam. Im J. 1807 kehrte er nach Paris zurück und wurde Kriegsminister. Nach dem verunglückten Unternehmen der Engländer egen Vliessingen 1809 erhob ihn der Kaiser zum Grafen von Hüneburg. Trotzdem stimmte C., noch ehe Napoleon zu Fontainebleau abgedankt hatte, schon für dessen Absetzung. Er wurde von Ludwig XVIII. zum Pair ernannt, erhielt aber keine Anstellung bis zur Landung Napoleons bei Cannes, wo er an Soults Stelle das Kriegsministerium übernahm. C. flüchtete mit dem König nach Gent und erhielt eine Sendung an den Prinz-Regenten von England. Ende 1815 erhielt er das Kriegsministerium an der Stelle Saint-Cyrs von neuem, mußte es aber 1817 an Saint-Cyr zurückgeben, und wurde nun zum Marschall und zum Gouverneur der 15.Militärdivision ernannt. C. starb 28. Okt. 1818.