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ErdkundeBrockhaus 1882

Carrara, liegt 14 km vom Meere in einem fast kesselförmigen Thale, das rings von den zackigen, berühmten Marmorbergen des apuanischenApennins (Alpi apuane) unigeben ist, und ist durch eine Viga-Genn nach Avenza mit der Eisenbahn Livorno-Pisa-Genua verbunden. Der Reichtum an Marmor fällt hier dem Besucher sofort in die Augen; Conversations-Lexikon. 13. Aufl. IV. Trepveniteint beie Thürpfosten, Schwellen und reppensteine bestehen aus gewöhnlichem weißen Marmor 5„ u verwechseln mit dem feinen statuarischen). chrere Hauptgebäude der Stadt sind von demselben Stoffe gebaut oder damit bekleidet, zumal die reiche Kirche der Madonna delle Grazie und San-Andrea. Unter den öffentlichen Plätzen ist die Piazza Alberico mit einem schönen Brunnen zu nennen, unter den Kirchen besonders hervorzuheben der aus dem 13. Jahrh. datierende Dom mit schöner Facade. C. zählt (1881) 11869 als Gemeinde 30094 E., die sich, außer mit Landbau, nur mit dem Brechen, Bearbeiten und Transportieren des Marmors beschäftigen. Die jährliche Ausfuhr von Carrarischem Marmor wird auf 180000 Ctr. für 6 Mill. Frs. veranschlagt; sie erfolgt meist uüber den 105 0 Hafenort Avenza. Das 1558 gebaute Schloß ist jetzt Sitz einer von Napoleon gestifteten Bildhauerakademie, deren erster Direktor der Florentiner Bartolini (s. d.Wwar. Außerdem befinden sich die Ateliers einer Menge auswärtiger Künstler hier, die, um die Moben Kosten des Transports zu vermindern, die Marmorblöcke hier punktieren lassen, oft auch wohl ganz ausarbeiten. Bereits im Altertum brach man in den drei großen auf das heutige C. mündenden Thälern von Colonnata, Fanti-Scritti und Torano (die Thäler heißen allgemein canali) die zwei hauptsächlichsten, auch heute noch viel verwendeten Marmorarten. Die Spuren antiker Bearbeitung sind noch allenthalben sichtbar, selbst mit röm. Bruchmarken versehene Blöcke finden sich nicht selten. Bei den Römern führte der aus diesen Brüchen stammende Marmor den Namen Marmor lunense, von der benachbarten Stadt Luni, deren Ruinen nördlich von Avenza noch erhalten sind. Man an M gegenwärtig den feinen, weißen statuarischen Marmor fast ausschließlich in dem Thal von Torano an etwa sechs Stellen; die am meisten geschätzten Qualitäten sind Polvaccio, Bettogli, Crestola. Die minder feinen Sorten (marmo bianco chiaro) erster und Iche Qualität, welche hauptsächlich für öffentiche Monumente und für architektonische Zwecke Verwendung finden, bricht man überall in den drei genannten Thälern, besonders in dem Thal von Fanti-Scritti. Außerdem ist in neuerer Aun besonders der dunkelgraue Marmor (bardiglio) in Aufschwung gekommen. Vgl. Magenta, XL'industria dei marmi apuani (Flor. 1871).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 17Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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