FeedCassino oder Monte-Cassino
ErdkundeBrockhaus 1882

Cassino oder Monte-Cassino, ein Berg in der ital. Provinz Caserta, welcher sich über der Stadt San-Germano, dem alten Casinum, steil erhebt und einst einen Tempel des Apollo trug. Auf ihm stiftete der heil. Benedikt 529 die Benediktinerabtei Monte-C., die älteste und berühmteste, leich ausgezeichnet durch ihre Prachtgebäude, ihren fruhern Reichtum, 15 Archiv und ihre Bibliothek wie durch die wissenschaftlichen Bestrebungen ihrer Mönche im Mittelalter. Die herrliche Lage der Abtei mit der reizendsten Aussicht, das gesunde Klima, die reine Luft sowie der Ruf der Mönche, die sich mit der Heilkunde beschäftigten und im Besitze wunderthätiger Balsame vom Berge Zion sein sollten, veranlaßten Besuche aus allen Gegenden nach dem Berge. Die Wallfahrten dahin wurden so häufig, daß sich der Monte-C. zu einem Vereinigungspunkt gestaltete nicht bloß für Kranke, sondern auch für Gesunde, welche hier die schöne Jahreszeit in ländlichen auftebobenrdr verleben. eit 1866 ist das Kloster aufgehoben; das Klostergebäude mit der prunkvollen Kirche und 16Wohut ist zum Nationalmonument erklärt und seine Obhut den noch dort residierenden Mönchen anvertraut worden, welche jetzt der Publikation der wichtigsten Dokumente des reichen Archivs und der Bibliothek obliegen. Vgl. Tosti, «Storia della badia di Monte-C.v (3 Bde., Neap. 1841—43). rrtümlich haben cen . das ital. Wort Cas ino, welches einen geselligen Verein bezeichnet, von dem Berge ableiten wollen; dies ist indes das Diminutiv von Casa, Haus, also Häuschen. (S. Casino.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 47Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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