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GeschichteBrockhaus 1882

Cassius (Gajus, bei Cassius Dio mit dem Beinamen Longinus, den er aber selbst nicht geführt zu haben scheint), der Haupturheber der Verschwörung gegen Cäsar, zeichnete sich als Quästor des Crassus (s. d.) 53 v. Chr. durch O und Kriegskunst aus. Er rettete, nachdem Crassus gefallen, den kleinen Überrest des von den Parthern bei Carrhä geschlagenen röm. Heers und behauptete Syrien Mare die Parther bis zur Ankunft des Prokonsuls en Pompejus und Cäsar schlug sich C., der bei dessen Ausbruch Volkstribun war, zur Partei des erstern und that als Führer eines Teils der Flotte den Cäsarianern, namentlich im J. 48 vor Messina, bedeutenden Abbruch. Als Cäsar nach dem Siege bei Pharsalus den Pompejus verfolgte, stieß er im Hellespont auf C., der mit seinen Schissen zu Pharnaces, König von Bosporus, gehen wollte, aber überrascht sich Cäsar ergab. Er vor allen faßte im 44, in welchem er wie M. Brutus durch Cäsars Förderung Prätor war, den Entschluß zu Cäsars Ermordung und führte ihn, nachdem er namentlich auch den Brutus dazu gewonnen hatte, am 15. März mit den andern Verschworenen aus. Gu-September desselben Jahres begab er sich nach Syrien, wo er sein Heer ansehnlich verstärkte und den Publius Dolabella, der ihn vertreiben wollte, 43 überwand. Auf die Nachricht, daß Antonius und Octavian gegen ihn und Brutus zögen, ging er nach Kleinasien und traf mit diesem in Smyrna zusammen. Nachdem er Rhodus genommen und geplündert, vereinigte er sich in Sardes wieder mit Brutus, der unterdessen Lycien unterworfen hatte. Von Abydus setzten beide mit ihrem Heere über den Hellespont nach Sestus über und zogen nach Macedonien, wo sie 42 bei Philippi mit den Feinden zusammentrafen. C. ward in der ersten Schlacht von Antonius geschlagen und ließ sich, da er auch Brutus, der indessen die Truppen Octavians geworfen hatte, besiegt wähnte, durch einen Freigelassenen töten. — Für einen Bruder des Gajus C. gilt Quintus C. Longinus. Er war als Volkstribun zusammen mit Antonius im J. 49 für Cäsar wirksam und wurde von diesem in demselben Jahre, nachdem die Pompejanischen Legaten in Spanien sich ergeben hatten, zum Proprätor im h durch r Spanien ernannt. Hier machte er sich durch Rau 34 d und Grausamkeit bei den Einwohnern und bei dem Heere verhaßt, sodaß ein Teil des letztern sich gegen ihn empörte. Er ertrank, als er Spanien verlassen wollte, im J. 47 in der Mündung des Iberus. — Ein Bruder von diesem war Lucius C. Longinus, der im Burgerkriege auf seiten Cäsars als Unterbefehlshaber diente. Im J. 44 war er Volkstribun und als solcher gegen Antonius thätig. Wahrscheinlich ist er identisch mit dem Lucius C., welcher als Bruder des Gajus C. unter diesem eine Flotte rüstete und nach der Schlacht bei Philippi, in welcher sein gleichnamiger Sohn Lucius fiel, die Verzeihung des Antonius erhielt. — C. Parmensis (nach einigen so genannt, weil aus Parma gebürtig), gehörte zu den Mördern Cäsars und befehligte unter Brutus und Gajus Cassius eine Abteilung der Flotte. Nach dem Falle jener begab er sich zu Sextus Pompejus nach Sicilien, verließ diesen im 36 und ward Legat bei Antonius. Nach der lacht bei Actium ward er auf Octavians Befehl in Athen getötet. Er war auch Dichter und schrieb Elegien, Epigramme und Tragödien, die fast ganz verloren sind. Vgl. Weichert, De L. Varii et Cassii Parmensis vita et carminibus (Grimma 1836). — Gajus C. Longinus war ein bedeutender Rechtsgelehrter des 1. Jahrh., Konsul unter Tiberius 30 n. Chr., unter Claudius vom J. 45—50 Statthalter von Syrien. Von Nero 65 nach Sardinien verbannt, weil er unter seinen Ahnenbildern das des Mörders Cäsars aufgestellt habe wurde er von Vespasian zurückgerufen. Er schrie ein großes Werk De iure civiliv.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 48Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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