Castrum doloris (lat., d. h. Trauerbühne, frz. Chapelle ardente) nennt man die zu Chren einer fürstl. oder andern vornehmen Person veranstaltete Aufstellung eines Katafalks (s. d.) in einem Zimmer, in einer Kapelle oder Kirche. Der Raum wird schwarz ausgeschlagen, mit silbernen Gehängen, dem Wappen des Verstorbenen und andern passenden Sinnbildern geziert und durch zahlreiche Kerzen erleuchtet. Auf dem Katafalk steht der in der Regel leere Sarkophag. Die Zeichen, welche die Würde und den Rang des Toten andeuten, wie Reichs⸗ oder fürstl. Insignien, Orden, Degen, Epauletten u. s. w., werden auf den Sarg gelegt oder auf einzelne denselben umgebende Taburetts. Rings um den Katafalk stehen hohe Armleuchter. Ein Thronhimmel bedeckt ihn, an dessen Pfeilern vier Trauermarschälle stehen.