Cavite, Hafenort in der gleichnamigen Provinz auf Luzon, der Hauptinsel des Spanien gehörenden Archipels der Philippinen in Hinterindien, liegt etwa 20 km südwestlich von Manila, der Hauptstadt derselben, an der nach letzterer, aber auch Aura de Estanzuela genannten Bai, ist auf einer schmalen, sandigen, sich nördlich erstreckenden und die Bai von C. oder Estanzuela bildenden Don Grren 14 29 nördl. Br. und 116˙ 19“ östl. L. von Greenwich gelegen. C. ist der Sitz des höchsten Beamten der .½% Gobernador y castellano, der zugleich auch als Alcalde mayor an der Spitze der Dn lin in der Provinz C. steht. Daselbst befinden sich eine Kirche, ein Hospital und ein Mönchskloster, eine Regierungs-Cigarrenfabrik, eine Kaserne für ein Bataillon Iulanterie, ein Pikett Artillerie und die Matrosen im Dienste auf den bewaffneten Schaluppen, sog. Falonas, der Regierung. Die großartigen Arsenale und Schiffswerften, auf denen in älterer Zeit und vor dem Abfalle des span. Südamerika von dem Mutterlande meistenteils die Galionen, welche ihre reichen Ladungen an Silber und Gold von Acapulco brachten, um von Manila aus nach Spanien übergeführt zu werden, erbaut und aus denen sie ausgerüstet werden, sind schlecht unterhalten und verfallen immer mehr. An der Spitze der Landzunge, auf der C. liegt, befindet sich ein nicht unbedeutendes Fort und andere Festungswerke. C., auf einem Sandgrunde erbaut, mit meistens aus Stein aufgeführten Häusobaf ist zwar sehr klein, aber vorzugsweise gesund, odaß die Kranken aus Manila dorthin eilen, um eheilt zu werden. Die Bevölkerung schwankt zwischen 2000 und 3000 Seelen. Die Bai von C. dient den Schiffen während der Regenzeit, wo zu Manila ungünstige Winde herrschen, zum sichern Aufenthalt. — Die Provinz Cavite, nördlich von der Bai von Manila und der Provinz Tondo, östlich durch einen Teil der 1ping Batanaa und die Lagua südlich durch die Provinz Batangas und westlich durch das Meer begrenzt, zählt (1876) auf 1239 qkm 131 658 E. und ist eine der kleinsten. Außer C. besitzt sie noch die Hafenplätze Limbones am Eingange der Bai und der Aura di Canacao genannten. Die Erzeugnisse von C. sind die von Luzön überhaupt.