Cervetri, kleiner Ort in der ital. Provinz Rom, Distrikt In fruher Zeit an der Stelle des alten Cäre. In früher Zeit hatten dort die Phönizier unter dem Namen Agylla (Rundstadt) eine Handelsniederlassung. Als hernach die Etrusker, nachdem sie das westl. Mittelitalien bis zum Ciminischen Wald unterworfen hatten und bis zum Tiber vorrückten, wurde auch Agylla etruskisch und bekam nun den Namen Cäre. Die Stadt spielte 537 v. Chr. in dem Kampfe der Etrusker gegen die Phokäer, welche sich in Corsica niedergelassen hatten, eine Hauptrolle. Doch stand sie im übrigen in freundschaftlichem Verkehr mit den Griechen, welche an der Küste zwei Niederlassungen errichteten, sowie mit Rom, dessen Heiligtümer aus Anlaß der Zerstörung Roms durch die Gallier dorthin geflüchtet wurden. Wenige Jahre darauf erlitt C. selbst einen schweren Schlag, von dem es sich nie wieder ganz erholte. Seine oIu tadt Ale wurde 385 v. Chr. von Dionys geplünert. Als hernach C. an den Daenne von Tarquinii und Falerii gegen Rom sich beteiligt hatte, wurde es 351 v. Chr. seiner polit. Selbständigkeit beraubt und in das röm. Gemeinwesen aufgenommen; es erhielt das röm. Bürgerrecht, aber ohne Stimmrecht, ohne aktives und passives Wahlrecht (eivitas sine suffragio), als die erste Gemeinde dieser Art. Beim Beginn der Kaiserzeit war die Stadt tief herabgekommen; unter den Kaisern hob sie sich wieder. Im 13. Renrg. verließen die Einwohner dieselbe und siedelten sich etwa 5 Km davon im heuti-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. IV. en Ceri an, wo man lange die Stätte des alten äre vermutete, ein Teil aber kehrte später zurück nach dem alten Orte, der nunmehr zum Unterschied von dem neuen Ceri das alte Ceri (Cerveteri oder Cervetri) genannt wurde. Beide Ortschaften, namentlich die erstere, sind unbedeutend. Seit 1829 ist C. durch die Funde berühmt geworden, welche man wie bei andern etrusk. Städten in den bei Cäre elegenen Gräbern gemacht hat (Skulpturen, Thonguren und Reliefs, Wandmalereien, Vasen und Geräte aus Thon, Eisen, Bronze, Silber und Goldschmuck), und von denen eins überdies als die Grabstätte von Tarquiniern bedeutsam ist. Seit 1840 wurden auch an der Stelle der alten Stadt selbst wertvolle Skulpturen gefunden. Vgl. Visconti, Antichi monumenti di C. (Rom 1836); Canina, «Cere antican (Rom 1838) und in der Etruria maritima v (Rom 1846).