Chaldaischer Sintflutbericht. Durch die Zeugnisse der alten Schriftsteller, wie Josephus, Eusebius, Lucian u. a., war es längst bekannt, daß die Chaldäer wie die Juden, Perser — Chinesen, Griechen und fast alle Volkerschaften der Alten und Neuen Welt, die Sage von einer die ganze Erde umfassenden Flut gehabt hatten. Die von den genannten Schriftstellern aufbewahrten Fragmente des Berosus berichteten von dem letzten der zehn vorsintflutlichen Könige, Xisuthrus, der von dem Kronos gewarnt, sich und die Seinen auf eine Arche gerettet habe und dann später, nach seiner Rettung, wegen seiner Frömmigkeit zu den Göttern steigen puichwunden ei. Die Ähnlichkeit dieser Sage mit dem 1 en Sintflutbericht war schon seit langer Zeit bekannt und besprochen worden. In der neuesten dhr. hat 1872 der Engländer George Smith auf assyr. ninivitischen Keilschriftthontäfelchen einen zweiten, poetisch gehaltenen Bericht in assyr. Sprache entdeckt, der von dem durch die t und u bekannten in manchen Punkten abweicht und nicht der 7½1 gehaltene ist, aus dem einst Berosus selbst chöpfte. Dieser Bericht findet 5 als Episode in einem Epos, das den Helden tubar verherrlicht, in welchem einige den Nimrod erkannt haben wollen. Dieses Istubar-Gedicht bestand aus 12 Tafeln, von denen aber nur ein kleiner Teil ziemlich unverstümmelt erhalten ist; die meisten, namentlich die ersten, sind bisjetzt nur in kümmerlichen Bruchstücken vorhanden. Der mächtige Held und Jäger Istubar erobert Reiche, erschlägt mit seinem Freunde, Heabani oder Belbirut gelesen, den Tyrannen Khumbaba, den Kombabus der Griechen, verschmäht die Liebe der Gottin Istar, wird mit einer Krankheit gestraft, zu deren Heilung er den König Adrahasis (Xisuthrus, aus Hasifu-adra gebildet) aus der Stadt Surippak aufsucht. Dieser erzählt ihm die Geschichte der Sintflut und seiner Umm den r. die er dem Gott Hea verdankt, welcher ihm den Beschluß der Götter, die Menschen zu verderben, angekündigt und Rem geboten habe, ein Schiff zu bauen und auf diesem seine .0 seine Diener und alle Tiere des Feldes zu bergen. Nach der Etes wurde Adrahasis fern an die Mündung der Ströme versetzt und genießt dort in der Versammlung der Götter eines ewigen Lebens. In manchen Einzelheiten erinnert diese Erzählung an die Sage Noahs, so namentlich findet b auch hier die Aussendung von verschiedenen Vögeln, die Xisuthrus fliegen läßt, um zu ersehen, ob die Wasser gesunken seien. G. Smith veröffentlichte die übersetzung dieses Textes in seinem Werke: The Chaldacan account of Genesis (Lond. 1876; deutsch von Delitzsch, Lpz. 1877). Eine weniger unvollkommene libersetzung lieferte Oppert im Appen-Acer zu Ledrains Histoire d'Israeh (Bd. 1, Par. 1879); seither ist der Text durch neu aufgefundene Texte stellenweise vervollständigt worden.