FeedChardon (frz.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Chardon (frz.), Distel: Eisenstache auf Gattern, Mauern u. s. w., um das übersteigen zu verhindern. Chäremon, ein tragischer Dichter in Athen, verfaßte um die Mitte des 4. Jahrh. v. Chr. eine Anzahl Tragödien, von denen einige größere Fragmente erhalten sind. C. hatte, wie schon Aristoteles urteilte, einen sehr künstlich ausgebildeten Vortrag und seine Dramen waren mehr Lesedramen als zur Aufführung geeignet. Sie wurden zuletzt von Nauck in «Tragicorum Graecorum fragmenta (Lpz. 1856) herausgegeben. Vgl. Bartsch, «De Chaeremoner (Mainz 1843). C. hieß auch ein ägypt. Priester, der ein Anhänger der stoischen Philosophie geworden war und eine ägypt. Geschichte sowie eine Schrift über die Hieroglyphen verfaßte, in welcher er diese und die ägypt. Götter in der Weise der stoischen Philosophie auf raturerscheinungen deutete. Er war einer der Lehrer Neros. Seine Fragmente stehen in Müllers Fragmenta historicorum Graecorumo (Bd. 3, Par. 1869). Vgl. Zeller im Hermeso (Bd. 11, 1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 188Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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