Charlet (Nicolas Toussaint), franz. Zeichner, geb. zu Paris 20. Dez. 1792, wurde 1813 Schreiber, verlor aber nach der Restauration wegen seiner unais Malt seine Stelle und trat, um sich als Maler auszubilden, 1817 in das Atelier des berühmten Schlachtenmalers Gros. Er begann mit Darstellungen aus dem Soldatenleben der Napoleonischen Zeit und schuf auf diesem Gebiete Gestalten von packender Wahrheit. Später zeichnete er eine große Anzahl von Figuren und Scenen aus den untern Volkskreisen, welche Kompositionen sich durch Witz und Natürlichkeit auszeichnen. Auch gelang es ihm, die Naivetät des Kindes in unübertrefflich humorvoller Weise zu charalterisieren. Nach der Julirevolution erhielt er 1831 das Ritterkreuz der Ehrenlegion, weil er mit Einsetzung seines Lebens mehrmals zur Unterdrückung von Emeuten in der Nationalgarde beigetragen, wo er 1834—40 Bataillonschef war. Im 1838 ernannte ihn die Regierung zum Zeichenehrer an der Polytechnischen Schule. Während der letzten Jahre seines Lebens beschäftigten ihn die (Iistoire de Valentino, eine Art Soldatenroman in lithographischen Abbildungen (52 Blätter, 184²), die 500 Zeichnungen für die bei Bourdin erschienene Prachtausgabe des Mémorial de Ste.-Heélèneo, ahlreiche Versuche von Radierungen auf weichem Firnis, ein weitläufig angelegter Plan zu einer ammlung militärischer Kostüme, auch eine große Menge Aquarelle. Er starb zu Paris 30. Okt. 1845. Seine besten Schüler sind Raffet und Hippolyte Bellangé. Der vollständige Druck seiner lithographierten und radierten Blätter beläuft sich auf 1689 Stücke. Vgl. Lacombe, C., sa vie, ses lettres, suivi d'une description raisonnée de son