Chartreuse, La Grande Chartreuse, die [Große Kartause im Dauphiné, die Wiege des Kartäuserordens, ein großes, schönes Kloster, welches 1084 vom 1 Bruno nahe der von ihm bewohnten Einsiedelei gestiftet, 1793 aufgehoben, aber 1816 wieder eröffnet wurde. Die jetzigen Gebäude stammen aus dem J. 1676. Das Kloster liegt im franz. Depart. Isere, 22k7 im Nordnordosten von Grenoble, in der Commune St.⸗Pierre de C. (1600 E.), in 977m Höhe, am Fuße des 2033 m hohen Grand-Som und der Gebirgsgruppe La Chartreuse, die im Chamachaude 2087 m Höhe erreicht, in dem von Wald und steilen, himmelhohen Felsen umschlossenen, nur durch zwei Engpässe schwer zugänglichen Wiesenthale des aus zwei reißenden Gießbächen entstehenden Rhönezuflüßchens Guiers-Vif. Die weitläufigen, in einem einfachen Stil aufgeführten Klostergebäude sind von sechs Glockentürmen verschiedener Höhe überragt. Bemerkenswert sind: das breite, massive Eingangsportal, der viereckige Hof mit zwei von der Quelle des 147 Bruno gespeisten Bassins, die vier Fremdensäle, die nach dem Brande von 1474 wiederhergestellte Kirche, die Bibliothek von 6000, ehemals gegen 20000 Bänden, der große und hohe Kapitelsaal mit den Porträts der 50 ersten Ordensgenerale und 22 das Leben Brunos darstellenden Gemälden, deren Originale sich im Louvre zu Paris befinden, die sehr reiche Galerie des Cartes, das Große Kloster mit 130 Bogen und 80 Zellen zu beiden Seiten zweier 220 m langen Korridors, mit dem Kirchhof und der 1382 erbauten Totenkapelle. Bei C. steht in einem Tannenwalde die 1440 erbaute Kapelle Notre-Dame de Casalibus, und 200 Schritt höher, auf einem gewaltigen, steilen Felsblock, die Kapelle des heil. Bruno, 1640 erbaut und 1820 restauriert, angeblich auf der Stelle der ursprünglichen Einsiedelei des Heiligen. Die Anfertigung des berühmten Liqueurs Chartreuse bringt den Mönchen jährlich über ½ Mill. Frs. ein. Ehemals standen unter diesem Kloster 173 andere, darunter 5 Nonnenklöster; 70 lagen in Frankreich, jetzt noch 9 der überhaupt vorhandenen.