Chetezi armenische Stadt, s. Akhlat. Chelezizky (czech. Cheleickh, Peter), einer der hervorragendsten czech. Schriftsteller und Denker der hussitischen Periode, von dem aber außer seinen Schriften nur wenig bekannt ist. Seine Jugend fällt in die Zeit von Johannes Huß; 1419 —20 war er in Prag, wo er im Gegensatze zu den Entscheidungen der prager Magister und Taboriten seine Stimme gegen die Anwendung jeglicher Gewalt in Glaubenssachen erhob. Darauf zog er sich in seinen Geburtsort Cheleziz, wo er wahrscheinlich ein Gut besaß, zurück und s chrieb, obgleich Laie und ohne gelehrte Bildung ker soll nicht Lateinisch gekonnt haben), eine Reihe von Streitschriften (über das Abendmahl u. a.), Traktaten und Werken, wegen deren er sich schon 1443 auf dem Landtage zu Kutenberg zu verantworten hatte. Seine wichtigsten Werke sind die „Postiller (ezech., geschrieben um 1435, herausg. 1522 u. öfter) und 4Sit viryv (Netz des Glaubensv, geschrieben um 1455, herausg. 1521), worin die radikale Seite des Hussitentums die weitgehendste Entwickelung findet, unter Verwerfung jeglicher staatlicher und kirchlicher Ordnung, daher auch Krieg (selbst jede Abwehr mit der Waffe), Todesstrafe u. a., als dem wahren Christentum zuwiderlaufend, das nur auf voller Gleichheit und Brüderlichkeit und der Liebe zu dem Nächsten beruhe, sowie von seinen Anhängern ge duldiges Ertragen verlange. Nach der Niederlag. der Taboriten fanden seine Lehren viele Anhänget und bildeten 1453 die Grundlage der Kunwalde Vereinigung, aus welcher die Böhmische Brüder-Schult, hervorging. C. starb um 1460. Vgl. Ferd. chulz, Petr Chelèickyy (ezech., Prag 1882); Goll, Quellen und Untersuchungen zur Geschichte der Böhmischen Brüdero (Bd. 2: Peter C. und seine Lehrev, Prag 1882). Chelidonin, eine in farblosen glänzenden Tafeln oder Nadeln krystallisierende organische Base, welche 1834 von 2+ im unreinen Zustande dargestellt, 1838 von Probst rein erhalten wurde. Sie kommt im Kraut und in den unreifen Samenkapseln, am reichlichsten in den Wurzeln von Chelidonium majus vor (s. Chelidonium). Chelidonische Inseln, im Altertum — kleine, felsige Inseln im Mittelmeer, zwischen hodus, Cypern und dem Chelidonischen Vorgebirge Enan Avasten Promontorium) in Lycien, jetzt Scheidan Adassi im türk.⸗asiat. Vilajet Konia. Chelidonisma (grch.), Schwalbenlied, Lied umziehender Kinder beim Frühlingsbeginn. helidonium V., Pflanzengattung aus der Familie der Papaveraceen; es ist nur eine Art bekannt, welche fiederlappige oder fiederteilige Blätter besitzt und sich durch die langes chotenförmige Kapsel von der eigentlichen sont hinseht (Papaver) unterscheidet, mit der sie sonst hinsichtlich des zweiblätterigen Kelchs, der kreuzförmigen Blumenkrone und der vielen Staubgefäße übereinstimmt. Es ist dies das Schöllkraut oder Schellkraut, auch Gilbkraut, Schwalbenkraut und Warzenkraut genannt, C. majus L., eine in Deutschland und ganz Europa, ebenso im mittlern Asien auf Schutt, an Zäunen, Mauern u. s. w. häufig wachsende Pflanze. Alle ihre Teile enthalten einen scharfen, rotgelben Milchsaft, dessen sich das Volk zum ertreiben der Waren zu bedienen pflegt, und welcher in eigenen Gefäßen in strömender Bewegung sich befindet. Es ist darüber von den frühern Botanikern viel geschrieben und so diese gemeine Unkrautpflanze eine wissenschaftliche Celebrität geworden. Sie hat gelbe Blumen, welche nicht selten gefüllt (voll) vorkommen und zu end⸗ und seitenständigen Dolden gruppiert sind. Die schmächtigen Schoten besitzen bis 2 Zoll Länge. Das Schöllkraut ist unter dem Namen Herba Chelidoni majoris, das daraus bereitete Extrakt als Extractum Chelidonii offizinell. Es wird frisch zu den Frühlin Skräutersäften verwendet, welche man oft als blutreinigendes und verdauungbeförderndes Mittel verordnet. Beim Zerreiben riecht es widerlich scharf und schmeckt brennend. Der Saft gilt für ein Mittel gegen Sommersprossen und Hautausschläge. Die chem. Analyse hat im Schöllkraut verschiedene Salze und Gummi sowie mehrere eigentümliche Stoffe nachgewiesen: das Chelidonin (s. d.) oder Chelidin; das Chelidoxanthin, den gelben Farbstoff der Pflanze, welcher ebenfalls bitter schmeckt und auch in Krystallen erhalten werden kann; das außerdem auch in der Wurzel von Sanguinaria canadensis und Glaucium luteum sich findende Pyrrhopin, Chelerythrin, Sanguinarin oder Chelin, ebenfalls ein Alkaloid, welches hochrote Salze gibt; die Chelidonsäure, welche neben der Apfel⸗ und Bernsteinsäure im C. sich findet, in seidenglänzenden Nadeln krystallisiert und eine so starke Säure ist, daß sie Eisen und Zink unter Wasserstoffgasentwickelung löst. Von ihr erhält die Pflanze ihren brennend scharfen Geschmack. Mit der Wurzel, welche den rotgelben Saft in größter Menge sermißt, sind unter K aufzusuchen. enthält, hat man gelb zu färben versucht, doch ist die Farbe nicht beständig. —