Chrzanowski (spr. Hschanövski, Adalbert), poln., dann piemont. General, geb. 1788 in der Wojwodschaft Krakau, erhielt seine militärische Bildung zu Warschau und machte als Ingenieuroffizier die Feldzuge von 1812 und 1813 mit. Am Kriege gegen die Türken 1829 nahm er als Hauptmann im russ. Generalstabe teil und leistete gute Dienste bei Varna. Er beteiligte sich bei der poln. Revolution von 1830, obwohl er dieselbe für aussichtslos hielt, und bemächtigte si im Jan. 1831 der Festung Modlin, wurde von Chlopicki zum zweiten Kommandanten dieser Festung und bald darauf von Skrzynecki zum Chef des Generalstabes ernannt. Gegen General Rüdiger erfocht er den Sieg von Minsk 14. Juli 1831. C. wurde hierauf zum Divisionsgeneral und von Dembinski zum Befehlshaber der Reiterei, so- wie von Krukowiecki zum Gouverneur von Warschau ernannt; doch lenkte er durch sein Verhalten den Russen gegenüber den Verdacht der demokratischen Partei an sich. Man gab ihm den unglücklichen Ausfall der Verteidigung der Hauptstadt schuld, weil er die Beteiligung der Nationalgarden am Kampfe verhindert hatte. Der Argwohn gegen ihn steigerte sich, da er nach dem Einzuge der Russen unangefochten in Warschau blieb. Einige Zeit darauf ging C. mit russ. Passe nach Paris, angeblich um seine Landsleute zur Rückkehr nach Polen zu bewegen, trat dann wieder in russ. Dienste und nahm als Oberst seinen Abschied. Er war gänzlich in Vergessenheit gefallen, als im Frühjahr 1849 seine Berufung zur Reorganisation des piemont. Heers nach Turin erfolgte, wohin auch noch andere poln. Offiziere abgingen. Obwohl C. nur den mißt, sind unter K aufzusuchen. Rang eines Generallieutenants bekleidete, auch seine Stellung zu dem gleichfalls am Kriege teilnehmenden Könige eine unbestimmte blieb, war er doch der eigentlich verantwortliche Obergeneral im verhängnisvollen fünftägigen Feldzuge von 1849, der über das Schicksal Sardiniens und der ganzen Halbinsel entschied. Ihm wesentlich ist daher der Verlust der Schlacht bei Novara (23. März) zuzuschreiben. Nach dem Feldzuge vom König Victor Emanuel entlassen, blieb er bis zum Mai 1850 in Sardinien und übergab dem Ministerium einen Rechenschaftsbericht. Er ging sodann nach Frankreich, von da nach Nordamerika, wo er in Louisiana lebte, kehrte aber später nach Frankreich zurück und starb 5. März 1861 in Paris.