Clairobseur (ital. chiaroscuro) oder Helldunkel nennt man in der Malerei und der vervielfältigenden Kunst ein beabsichtigtes Zusammenwirken von Licht und Schatten im Bilde, wodurch an den Grenzen ihres Überganges ein reizvolles Spiel der Kontraste hervorgerufen wird. Man kann daher vom C. in einzelnen Partien des Gemäldes sprechen, es kann aber auch die ganze Komposition in diesen gedämpften, zwielichtartigen Ton der Beleuchtung gesetzt sein, welcher dem Dargestellten eine magische Wirkung verleiht. Das Helldunkel, das der Lichtwirkung in der Natur seine Gesetze abzulauschen strebt, haucht einem Bilde erst das rechte Leben ein; es gibt der Darstellung im einzelnen Rundung und Freiheit, im ganzen Ordnung und Zusammenhang. Schon in der altdeutschen Schule sind einige Meister (z. B. Baldung Grien) dem Reizvollen dieser Darstellungsweise auf die Spur gekommen, zum ersten male großartig wurde sie von Rafael in seiner Befreiung des heil. Petrus zur Geltung gebracht. Als die größten Meister in der Anwendung desselben sind Correggio und Rembrandt zu nennen. Wegen der Bestrebung nach malerischer Wirkung wird auch der Holzschnitt mit mehrern Tonplatten zum Übereinanderdrucken C. genannt. Die frühesten Proben dieser Gattung sind die beiden Blätter von Lukas Cranach, die den heil. Christoph und Venus mit Amor vorstellen und die Jahreszahl 1506 haben. In Italien wurde diese Art Holzschnitt im 16. Jahrh. vorzüglich von Hugo da Carpi, Antonio da Trento, Andrea Andreani u. a. geübt. Unter den Niederländern zeichnete sich Abraham Bloemaert aus. Er radierte, um freie Büstenzeichnungen nachzuahmen, die Umrisse in Kupfer und schnitt die Schatten in eine oder zwei Holztafeln.