Clemens Wenzeslaus, letzter Kurfürst von Trier, geb. 28. Sept. 1739, aus dem sächs. Kurhause, trat 1760 in österr. Kriegsdienste, beteiligte sich als Generallieutenant an der Schlacht bei Torgau, trat aber Mai 1761 in die geistliche Carrière ein und erhielt 1763 die Stifter Freising und Reensburg, 1768 Trier, 1765 die Koadjutorei im istum Augsburg, 1770 die in der Propstei Ellwangen, welche Stifter später ihm selbst übertragen wurden. Indem C. die geistliche Regierung in Trier dem freisinnigen Weihbischof uen Bechin in Augsburg dem kurialistischen Exjesuiten Beck überließ, wandte er selbst, meist in oblenz und Ehrenbreitstein residierend, seine Fürsorge der weltlichen Verwaltung des Kurstifts zu, die er im humanen, landesväterlichen Sinne durch Reformen des Schulwesens, besonders der Universität in Trier, Landesmelioration, einsichtige Hebung des Handels und der Industrie förderte. Nachdem er, wenigstens für die augsburger Diöcese, anfangs der antiröm. Politik Kaiser Josephs Opposition gemacht hatte, trat er später auf dessen Seite und versuchte kirchliche Reformen im Sinne der herrschenden Aufklärung, ward aber durch den Ausbruch der Französischen Revolution bald in eine andere Richtung gedrängt. Als Beschützer der franz. Emigrierten zog er 1794 die Invasion der franz. republikanischen Heere in das Land, verlor durch den Frieden von Luneville und das franz.⸗röm. Konkordat 1801 die linksrhein. Teile des Stiftes und die erzbischöfl. Würde, 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluß auch die und Ellwangen. Im Genuß einer Pension von 100000 Fl. lebte er noch neun Jahre. Er starb zu Oberndorf im Allgäu 27. Juli 1812. C. war ein begabter Fürst, ein wohlwollender, edler, weiser, nur etwas weicher Charakter, als leidenschaftlicher Musikfreund ein besonderer Gönner aller Musiker und musikalischer Bestrebungen. Er ist der Erbauer des kurfürstl. Schlosses in Koblenz.