FeedCohn (Ferd.)
HeilkundeBrockhaus 1882

Cohn (Ferd.), namhafter Botaniker, geb. zu Breslau 24. Jan. 1828, verließ Ostern 1844 das Gymnasium zu St. Maria Magdalena, um in Breslau und seit 1846 in Berlin Naturwissenschaften und insbesondere Botanik zu studieren. Michaelis 1850 habilitierte sich C.als Privatdocent der Botanik an der Universität Breslau und wurde 1859 zum außerord., 1872 zum ord. Professor daselbst ernannt. m J. 1866 begründete er das Pflanzenphysioogische Institut der breslauer Universität. C. gehört zu der botan. Schule, welche unter der Anregung von Schleidens Grundzügen der wissenschaftlichen Botaniks in dem Studium der Pflanzenelle und deren Entwickelungsgeschichte den Schlüsl für die wissenschaftliche Erkenntnis der gesamten Pflanzen suchen; seine Arbeiten beziehen sich insbesondere auf die einfachsten mikroskopischen Pflanen, welche dem Grenzgebiete zwischen Tier- und flanzenreich angehören. Dahin gehören: Zur Naturgeschichte des Protococcus pluvialisy (Bonn 1851) und Untersuchungen über die Entwickelungsgeschichte der mikroskopischen Algen und Pilzer (Bonn 1854). C. veröffentlichte 1872—75 Neue Untersuchungen über Bacterieno; seine Forschungen ben 5 für die Aen 5 und Biologie dieser kleinten lebenden Wesen, deren Bedeutung als Fermentpflanzen, Erreger der Fäulnis und gewisser Gärungen, Erzeuger von merkwürdigen Farbestoffen und Träger des Ansteckungsstoffs in epidemischen Krankheiten in den Vordergrund getreten ist, eine wissenschaftliche Basis gegeben. Die Arbeiten von C. sind hauptsächlich in den Nova acta Academiae Carolinae Leopoldinae naturae curiosorumv, in den botan. Fachjournalen, sowie in den Berichten der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Kultur erschienen, deren botan. Sektion er seit 1856 leitet; auch in der „Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologiev von Siebold und Koelliker hat derselbe Untersuchungen über Organisation und Fortpflanh von Infusorien und Rädertieren Ssoe icht. C. ist Herausgeber der Beiträge zur Biologie der Pflanzenv, die seit 1875 in Breslau erscheinen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 488Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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