Common Prayer (Book of), die engl. Kirchenagende, wurde anfänglich 1548 von einem aus den vornehmsten Bischöfen und Theologen bestehenden Komitee unter Vorsitz Cranmers (s. d.) zusammengestellt und erhielt durch das Parlament Gesetzeskraft. In diesem ersten Entwurfe hielt man sich noch ziemlich genau an die röm. Liturgie, weshalb beim weitern Fortschreiten der Reformationsideen in England bald eine Revision desselben nötig schien, die im April 1552 herauskam und in welcher mehrere papistische Gebräuche, wie die letzte SGlung, Totenmesse u. s. w., weggelassen wurden. Während der Regierung der Königin Maria ward der lat. Ritus wieder eingeführt; nach der Thronbesteigung Elisabeths aber erhielt das Book of Common Prayer durch Parlamentsakte von 1559 von neuem Anerkennung, indem man nur einzelne Stellen modifizierte, welche den Katholiken besondern Anstoß Hichof wie B. das Gebet um Erlösung vom Bischof von Rom und seinen verabscheuenswürdigen Gottlosigkeiten (detestable enormities). In dieser Gestalt befriedigte die Agende so ziemlich alle Religionsparteien und selbst die Katholiken. Unter der Regierung Jakobs I. machten indes die Streitigkeiten mit den Puritanern eine neue Reform der Liturgie notwendig, und es wurde zu diesem Zwecke eine geistsch Konferenz in Hampton-Court gehalten. Da sich die Mitglieder derselben nicht einigen konnten, so nahm der König aus eigener Machtvollkommenheit mehrere Veränderungen mit dem Book of Common Prayer vor, unter anderm eine Definition der Sakramente und die Bestimmung, daß die Taufhandlung nur von regelmäßig ordinierten Geistlichen verrichtet werden solle (1604). Auch Karl I. ließ eigenmächtig einige Anderungen in der Liturgie vornehmen. Unter Karl II. wurde zu abermaliger Revision eine Kommission von 21 Episkopalisten und einer gleichen Anzahl Presbyterianern ernannt, welche ihre Sitzungen im Savoy-Palast hielt, aber ohne eine Verständigung zu erzielen. Zuletzt übergab man das Revisionswerk der Konvokation. Die von dieser Versammlung veranstaltete Ausgabe, welche im Mai 1662 die Bestätigung des Parlaments erhielt, ist die doch heute gültige Norm der Anglikanischen Kirche, do mit einigen im J. 1872 eingeführten Verbesserungen. Die bischöfl. Kirche in Nordamerika Ol. Hie eigene Ausgabe des Common Prayer Book, die von der englischen in einzelnen Punkten abweicht. Vgl. Parker, The first Prayer Book ofEdward VI (1876); Daniel, The Prayer Book, its history and contentso (1879).