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GeschichteBrockhaus 1882

Constautius Chlorus (vollständig Flavius Valerius Constantius Chlorus), geb. gegen die Mitte des 3. Jahrh. n. Chr., war der Sohn des Eutropius, eines romanisierten Illyriers (Dardaners) und der Claudia, der Tochter des Crispus, eines Bruders des Kaisers Claudius II. Er gewann die Gunst der Soldatenkaiser Aurelian, Pro. bus und Carus, und bewährte sich als trefflicher det⸗ Karer und als ausgezeichneter Regent, seit der Kaiser Diocletian ihn als Cäsar des Westens dem Kaiser Maximian zur Seite stellte. Am 1. März 293 n. Chr. zu Mailand mit dem Purpur bekleidet und von Maximian adoptiert, mußte C. von seiner ersten Gemahlin, der niedrig geborenen Heleng (Konstantins d. Gr. Mutter) sich trennen, und Maximians Stieftochter Theodora heiraten, d die ihm drei Söhne und drei Töchter gebar. C. er hielt die Leitung von Gallien, mit welcher die von Britannien verbunden wurde, nachdem er 293 dem f britann. Usurpator Carausius den gallischen Ha-3 en Bononia (Boulogne) und 296 dessen Mörder llectus die britann. Provinz thatsächlich entrissen hatte. C. schlug dann 298 die Alamannen bei Langres und bei Vindonissa aufs —• und sicherte durch neue Festungsanlagen die Rheinlinie von Mainz, namentlich aber von Basel bis zum Bodensee gegen die Angriffe der Alamannen. Der im J. 303 ausbrechenden ubluliaen Charamn wußte C. in seinen Provinzen den blutigen Charakter gänzlich zu benehmen. Als dann Diocletian und Maximian 1. Mai 305 abdankten, erhielt C. die Würde als „Oberkaisero des Römischen Reichs, wie —— Diocletian. Aber schon 25. Juli 306 starb C. zu Eboracum (York) in Britannien, als er in Begleitung seines Sohnes Konstantin einen siegreichen Feldzug gegen die räuberischen Grenzvölker von Schottland, namentlich die Picten, unternommen hatte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 570Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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