FeedConstantius II.
GeschichteBrockhaus 1882

Constantius II., röm. Kaiser, geb. 13. Aug. 317 n. Chr. in Illyricum, als der zweite Sohn Konstantins d. Gr. aus seiner zweiten Ehe mit der Kaiserin Fausta, der Tochter des Kaisers Maximian, wurde 323 zum Cäsar erhoben, 335 mit der Verwaltung der asiat. Provinzen (außer Pontus und Kappadocien) betraut und trug einen großen Teil der Mitschuld an den Meutereien der Truppen zu Konstantinopel, welche nach seines Vaters Tode, im Sept. 337, zu der Ermordung ümermBer Mitglieder des Kaiserhauses führte und unter Veränderung der Verfügungen Konstantins den drei Söhnen des letztern von der Fausta eine neue Teilung des Reichs ermöglichten. C., nunmehr Kaiser des Ostens, erhielt bei der Teilung zu Sirmium ganz Asien mit Thrazien, Konstantinopel und Agypten. Von Anfang seiner Regierung bis zu seinem Ende wiederholten sich die Kriege mit Persien; durch die Versuche, den heidnischen Kulten Abbruch zu thun, und namentlich mit der Aufgabe beschäftigt, die Parteien der christl. Kirche durch ein neues, auf der Dogmatik der von ihm begünstigten Arianer begründetes Symbol zu vereinigen, sah er sich zu einem schweren dynastischen Kriege gezwungen, als nach Ermordung seines Bruders Constans der Usurpator Magnentius 351 auch den Osten angriff. Der blutige Sieg bei Mursa (28. Sept. 351) und der Tod des Usurpators 353 machte den C. endlich zum Herrn des gesamten Römischen Reichs. Die Eifersucht aber, mit welcher C. seinen seit Ende des J.355 in Gallien als woftenden und als Regent mit glänzendem Erfolge waltenden Vetter Julian verfolgte und welche endlich im Winter 360 Julian zum Abfall trieb, und weiter die Unversöhnlichkeit, mit welcher C. Julians Ausgleichungsvorschlägen widerstrebte, veranlaßte 361 einen neuen innern Krieg. C. brach mit Heeresmacht von der Persergrenze gegen Julian auf, starb aber bereits 3. Nov. 361 zu Mopsukrene am Fuße des cilicischen Taurus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 570Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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