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Bildende KunstBrockhaus 1882

Correggio, Stadt in der ital. Provinz Reggio-Emilia, Bezirk Reggio, 15 Kmeim NO. von dieser Stadt, an einem Kanal, welcher durch die Secchia mit dem rechten Ufer des Po in Verbindung steht, zählt (1881) 2938, als Gemeinde 12587 E. und war früher Hauptstadt eines besondern Fürstentums Soro. Hier wurde der Maler Antonio Allegri geboren, welcher nach seinem Geburtsorte Correggio genannt wird. 8 7. 09614 (Antonio da), einer der größten ital. Maler, geb. 1494, hieß eigentlich Allegri, nannte sich aber nach seiner Geburtsstadt im Modenesischen Antonio da Correggio. Obwohl über seine Lehrer nichts Bestimmtes feststeht, so deuten die Grundelemente seines Stils doch darauf hin, daß die Schule Mantegnas auf seine Kenntnisse in der Per-Moment jene Lionardo da Vincis auf das seelische oment des Ausdrucks und Molozzo da Forli auf die Geschicklichkeit, die er bei Verkürzungen, insbesondere bei Plafondmalereien beweist, Einfluß ol An Nach neuern Forschungen (besonders Bigis) oll Antonio Bartolotti (geb. um 1450, gest. 1527 einer seiner ersten Lehrer gewesen sein. Als C. einst ein Gemälde Rafaels erblickte, soll er auserufen haben: Anch' io sono pittorelo br sein ich bin ein Malerlo) Mag dies nun wahr sein oder nicht, jedenfalls durfte er solchen Ausspruch thun, denn auf seinem Gebiete steht er den größten Meistern ebenbürtig zur Seite und erschloß eine neue Bahn für die Kunst. Seine Kunstmittel sind erstens in der Zeichnung die mmer Gelalien welche die Grazie und Beweglichkeit seiner Gestalten unterstützen; zweitens in der Farbe das Helldunkel, worin er unübertrefflich ist. Sein berühmtes Jugendwerk ist das 1514 für den Hauptaltar der Kirche des heil. Franziskus in Carpi begonnene Madonnenbild, bekannt unter dem Namen San-Francesco und jetzt in der dresdener Galerie. Zu seinen ersten Freskomalereien gehören die mythol. Darstellungen im Convento di San-Paolo und die kleine Kuppel der Kirche des heil. Johannes zu Parma, jene 1518, diese 1520 begonnen. Hier nimmt er für alle Figuren einen tiefen Augenpunkt an und zeigt sie in einer Verkürzung, welche die obern Körperteile gegen die untern fast verschwinden läßt. Dabei erweist Sujets von unerschöpflicher Kraft der Muria ge-In derselben Weise ist die Himmelfahrt Mariä gehalten, mit der er 1526—30 die Kuppel des Doms sind die berühmtesten die sog. Zingorag oder Zingarella r Gottes, d gegenwärtig in Neapel, eine „Mutter Gottes, der man wegen ihres orient. Gewandes und des Kopfputzes diesen Namen gegeben ihat, die Kreuzabnahme und die Madonna della Scodella im Museum zu Parma und ebendaselbst die Madonna mit dem heil. Hieronzmus, von wunder-Jbarer Klarheit des Lichts, auch unter dem Namen der Tage bekannt. Ausgezeichnet ist ferner die Vermählung der heil. Katharina (Louvre). Sein «Hauptwerk ist die Geburt des Heilandes, bekannt ermißt, sind unter K aufzusuchen. unter dem Namen eder Nachto (la notte di Correggio), jetzt eine Zierde der dresdener Galerie, welche überhaupt sieben Gemälde dieses Meisters besitzt, an denen man vorzüglich seine Fortschritte erkennen kann, darunter die Madonnen des heil. Sebastian und Georg, beide für Modena gemalt, sowie sein letztes Werk, die büßende Magdalena, kurz vor seinem 5. März 1534 zu Correggio erfolgten Tode vollendet. Wie gewaltig dieser Meister der sinnlichen Schönheit andererseiks aber auch in der Bewältigung ernster Charaktere ist, beweist die Kreuztragung in der Galerie in Parma. Am schönsten zeigen sich Ces Vorzüge in den mytholog. Gemälden. Hier ist Platz für wonnige Heiterkeit des Ausdrucks und suür Hervorheben der körperlichen Schönheit, was der Künstler, ohne in Frivolität zu verfallen, durch die vollendete Carnation und die graziöse Rundung der schwellenden, weichen Formen erreicht. Die ausgezeichnetsten Arbeiten dieser Art sind die für den Herzog Federico Gonzaga von Mantua gemalten, Jo und Leda, die dieser Kaiser Karl V. zum Geschenk machte. Nachher in Prag aufbewahrt, wurden die Bilder im Dreißigjährigen Kriege eine Beute der Schweden und gelangten durch die Königin Christine nach Rom, später aber, nachdem sie durch mehrere Hände gegangen, nach Paris. Hier lamen sie in den Besitz des Regenten, Herzogs von Orléans. Der Sohn desselben fand aber beide Bilder so verführerisch, daß er die Köpfe herausschneiden ließ und das ubrige zu verbrennen befahl. Doch Bisdor letzteres nicht; uversehe gelangten beide Bilder, mit neuen Köpfen versehen, 1752 in den Besitz König Friedrichs II. von Preußen. Sie ieren gegenwärtig die Galerie des berliner Museums. Verwandt durch die meisterhafte Vortragsweise und die Kraft der Schilderung ist die Antiope im Louvre, die Jo und Ganymed im Belvedere zu Wien und die Erziehung des Amor in der londoner Nationalgalerie. C.s bedeutendste Schüler und Nachfolger sind Parmegianino, Lelio Orsi da Novellara und des Künstlers eigener Sohn Pomponio. Sein Einfluß auf die Entwickelung zunächst der ital. Malerei (namentlich auf die Carracci) und dann der Barockmalerei war höchst bedeutend. Vgl. Mengs, Memorie concernenti la vita e le opere di Antonio Allegrid (Bassano 1783); Jul. Meyer, „Correggiov (Lpz. 1871); Bigi, Notizie di Antonio Allegri, di Antonio Bartolotti, suo maestro, e di altri pittori ed artisti Correggiesio (Modena 1873).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 612Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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